SozialausschussMehr Personal für Schwerstkranke

Münchner Pflegeheime sollen unheilbar schwerstkranke alte Menschen künftig besser versorgen können. Auf Antrag der SPD-Stadtratsfraktion sollen die 58 Senioreneinrichtungen die Möglichkeit erhalten, eine Palliativfachkraft aus dem Budget für die "Heiminterne Tagesbetreuung" zu finanzieren. Die psychosoziale Betreuung von demenzkranken Heimbewohnern finanziert die Stadt freiwillig seit 2000, das Budget liegt bei 1,8 Millionen Euro jährlich. Das Beschäftigungsangebot für Demenzkranke hat sich bewährt, der Einsatz von Psychopharmaka ging zurück. Zwar seien gesetzliche Grundlagen geschaffen worden, "um die Sterbebegleitung und die Palliativversorgung in der vollstationären Pflege zu verbessern", erklärt Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD), doch fehle bislang eine Finanzierung des für eine solche Verbesserung benötigten Personals. Die Umsetzung des Hospiz- und Palliativgesetzes von 2015 sei bislang nicht abgeschlossen, ob es dabei auch mehr Geld für die Pflegeheime gibt, steht noch nicht fest.

An diesem Donnerstag soll der Sozialausschuss des Stadtrats auf Antrag der SPD nun beschließen, dass Heimträger die Möglichkeit erhalten, die städtischen Fördermittel, die eigentlich für die heiminterne Tagesbetreuung vorgesehen sind, auch für die Finanzierung einer Palliativkraft zu verwenden, so lang dies nicht durch Kranken- und Pflegeversicherung sichergestellt wird. Palliative Versorgung rückt nicht mehr Heilung und Lebensverlängerung in den Mittelpunkt der Bemühungen, sondern will so viel Lebensqualität wie möglich bieten.

© SZ vom 13.03.2018 / loe - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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