SozialausschussKostenlose Hilfe beim Putzen

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Arme Senioren können die kostenlose Untertützung vier Mal im Monat in Anspruch nehmen

Von Thomas Anlauf

Ältere Menschen mit geringem Einkommen erhalten künftig von der Stadt vier Mal pro Monat eine kostenlose Haushaltshilfe. Der Sozialausschuss des Stadtrats ging damit deutlich über eine Beschlussvorlage von Sozialreferentin Dorothee Schiwy hinaus, die sie am Montag vor der Sitzung an diesem Donnerstag präsentierte. Sie hatte vorgeschlagen, dass Menschen über 65 Jahre, die unter die in München geltende Armutsgrenze von 1350 Euro monatlich fallen, Gutscheine erhalten für Putz- oder Einkaufshilfen. Diese Gutscheine müssen demnach bei einem der Alten- und Servicezentren abgeholt und dann eingelöst werden. Doch die Senioren hätten nach den Vorstellungen des Sozialreferats für die Haushaltsunterstützung deutlich draufzahlen müssen. Die vier Gutscheine pro Monat wären jeweils nur 15 Euro wert gewesen, eine Arbeitsstunde für einen Haushaltsdienst kostet jedoch in München durchschnittlich 25 bis 27 Euro. Die Grünen-Fraktion und SPD hatten daraufhin in Änderungsanträgen gefordert, dass die Stadt die Kosten für Haushaltshilfen vollständig übernimmt. Zudem müsse gemeinsam mit der infrage kommenden Dienstleistern geprüft werden, ob eine einfachere Abrechnung als vom Sozialreferat vorgeschlagen möglich ist. Außerdem solle das Sozialreferat prüfen, ob auch gemeinnützige Unternehmen, die Menschen aus dem Zweiten oder Dritten Arbeitsmarkt beschäftigen, für hauswirtschaftliche Arbeiten qualifiziert und eingesetzt werden könnten. Der Sozialausschuss stimmte dem weitergehenden Antrag der Grünen zu, das weitere Vorgehen soll eng mit der Arbeitsgemeinschaft für freie Wohlfahrtspflege abgestimmt werden. "Die Verbesserung und Vereinfachung der Haushaltshilfe schafft mehr Autonomie und unterstützt die Möglichkeit, zu Hause ein selbstbestimmtes Leben zu führen", sagt Grünen-Stadträtin Anja Berger. Die Wohlfahrtsverbände hatten unter anderem befürchtet, dass das Angebot kaum genutzt wird, weil es für Menschen mit wenig Geld zu teuer wäre.

© SZ vom 22.11.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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