Die Pasta-Maschine ist schon eine Hausnummer weitergezogen. Denn obwohl das neue Sorellina in der Pestalozzistraße eigentlich die „kleine Schwester“ vom Pastalozzi nebenan sein soll, darf es dank seiner größeren Küche nun die hauseigene Nudelmaschine beherbergen, die ab sofort beide Restaurants mit selbstgemachter Pasta versorgt.
Eigentlich wollten Fabian Stammberger und seine drei Geschäftspartner und -partnerinnen nicht noch ein Lokal in der Pestalozzistraße aufmachen. Weiter oben in Richtung Müllerstraße betreiben sie auch noch die Cocktailbar Curtain Call. Als aber die Berliner Restaurantkette The Klub Kitchen Ende April seine Gastronomiefläche im Nebenhaus zum Pastalozzi aufgab, war die Versuchung doch zu groß.

„Wenn es drüben voll ist, können wir unseren Gästen jetzt einen Tisch im Sorellina anbieten oder ihnen hier die Wartezeit mit einem Aperitif verkürzen“, erklärt Stammberger. Während im Pastalozzi sowohl der Gastraum oben als auch der Gewölbekeller komplett bestuhlt sind und der Fokus auf den Speisen liegt, kann man im großzügigen Barbereich des Sorellina auch einfach bei einem Getränk verweilen.
Wer zum Essen lieber klassisch an einem tiefen Tisch sitzt, hat im hinteren Bereich seine Ruhe. Auf der Karte stehen Antipasti, Focacce, Pasta und Dessert. Dazu gibt es Spritz, Cocktails sowie italienische Weine und Champagner im offenen Ausschank. Zum Start – das Sorellina hat erst am Mittwochabend eröffnet – fällt die Speisekarte etwas kleiner aus. In den nächsten Wochen wird dann das Angebot nach und nach erweitert werden (Sorellina, Pestalozzistraße 30, Dienstag bis Samstag 17 bis 22 Uhr).
Dass die neue Location den Wirt findet und nicht umgekehrt, wie es beim Sorellina der Fall war, ist ein Glücksfall. In der Regel müssen Gastronomen in München monatelang aktiv suchen, bis sie passende und vor allem erschwingliche Räumlichkeiten finden. Martina Hofbauer und Dominik Damböck von Fairfax Express haben diese Anstrengung nun hinter sich.
Bis September hätten die beiden ihre Kochstation im „Munch Market“ des Gasteigs noch bespielen dürfen, ehe dort das Zwischennutzungsprojekt „Fat Cat“ endet und die Sanierungsarbeiten beginnen. In der Heßstraße 74, wo zuvor das Café Peet and the Flat White zu finden war, haben sie nun aber schon früher den Standort für ihr neues Restaurant gefunden.
Erstmals müssen sich Hofbauer und Damböck nicht mehr ihren Gastraum mit Kollegen teilen, sondern können ihr erstes eigenes Restaurant nach ihren Vorstellungen umbauen und gestalten. Es entstehe hier ein „modern Diner“ nach US-amerikanischem Vorbild, sagt Hofbauer beim Besuch auf der Baustelle. Der Name Fairfax Express bleibe bestehen und auch bei den Speisen wolle man sich weiterhin an der Südstaatenküche der USA orientieren; bloß der schnelllebige Imbiss-Charakter soll abgelegt werden.
Hier gibt es jetzt auch Tellergerichte aus den Südstaaten
„Wir wollen unser Konzept aufs nächste Level heben“, sagt Damböck. Neben Fried Chicken und Burgern wird es in Zukunft auch Tellergerichte geben, die die beiden auf ihren Reisen durch die Südstaaten kennen und lieben gelernt haben. „Shrimp and Grits“ etwa, eine Art Maisgrieß mit würzig marinierten, gebratenen Garnelen, oder gebratene Jakobsmuscheln auf „Succotash“, ein Eintopf aus Bohnen und Mais.
Die Küche ist jetzt halboffen statt rundum begehbar wie zuvor im Gasteig, und anstelle von Selbstbedienung kümmert sich künftig das Gastgeberpaar am Tisch um seine Gäste, wie sie es vor ihrer Selbstständigkeit jahrelang hauptberuflich gemacht haben. Ihr Sandwich-Deli Melrose in der Frauenstraße wollen sie vorerst parallel weiterlaufen lassen.
Diesen Samstag serviert Fairfax Express ein letztes Mal Burger und Fried Chicken im Gasteig. In den Tagen danach bietet der neue Standort zunächst nur Lieferservice an. Wenn beim Umbau alles nach Plan läuft, könnte es dann mit dem Restaurantbetrieb am ersten Juni-Wochenende losgehen.

