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Pro Sonntagsöffnung:Genug der Regeln

Gericht verhandelt über Ladenöffnung an Sonntagen

An vier Sonn- oder Feiertagen dürfen Geschäfte ihre Türen öffnen.

(Foto: dpa)

Das oft verwendete Horrorbild, eine Öffnung der Läden am Sonntag gefährde Familien und das Wohlergehen, ist aus der Zeit gefallen. Wer Sonntag einkaufen will, sollte die Möglichkeit dazu haben.

Krankenschwestern tun es, Busfahrer, Kellner, Pflegekräfte und sogar Pfarrer: Sie arbeiten am Sonntag. Das oft verwendete Horrorbild, eine Öffnung der Läden am Sonntag bedeute einen gesellschaftlichen Dammbruch, gefährde Familien, Freundschaften und das religiöse Wohlergehen, ist aus der Zeit gefallen. Dass viele Leute gerne auch außerhalb festgezurrter Ladenöffnungszeiten eine Anschaffung machen wollen, zeigen die Erfolge des Onlinehandels sowie der supermarktähnlichen Tankstellenshops.

Die Gesellschaft will sich nicht regelmentieren lassen

Das Prinzip ist einfach: Wer seine Ruhe will, soll ausspannen, und wer einkaufen will, soll dazu die Möglichkeit haben. Jeder nach seiner Fasson. Warum die anderen reglementieren - auch wenn dieser Trend in unserer Gesellschaft längst unübersehbar geworden ist?

Das Prinzip der Freiwilligkeit sollte allerdings auch für die Angestellten in den Geschäften gelten. Das zu regeln, ist Aufgabe der Tarifpartner. Ein ordentlicher Sonntagszuschlag müsste reichen, um ausreichend Interessenten zu rekrutieren. Das können Nebenjobber sein, studentische Aushilfen, aber auch Fachkräfte, die lieber ein paar Euro mehr pro Stunde verdienen. Einige Bundesländer haben bereits liberalere Öffnungszeiten eingeführt, im katholischen Italien sind viele Läden sonntags geöffnet. Und trotzdem existiert es noch, das Abendland.

© SZ vom 08.05.2015/vewo

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