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Solar-Offensive:Sonnenreiches Pasing

Lernen mit Sonnenkraft: Die Flachdächer des Pasinger Max-Planck-Gymnasiums bieten laut SPD Platz eine Modulfläche von 2000 Quadratmetern.

(Foto: Catherina Hess)

Die SPD fordert Fotovoltaik-Anlagen auf den Flachdächern des Max-Planck-Gymnasiums, des Westbades, im neuen Quartier an der Paul-Gerhardt-Allee sowie an der Lärmschutzwand entlang der Josef-Felder-Straße

Mit rund 1710 Sonnenscheinstunden im Jahr ist München eine der sonnenreichsten Städte der Bundesrepublik. Die SPD-Fraktion im Bezirksausschuss (BA) Pasing-Obermenzing möchte, dass sich die Menschen nicht nur darüber freuen, sondern auch an alternative Energieressourcen denken, wenn sie in den blauen Münchner Himmel blicken. Die Sozialdemokraten haben sich die aktualisierte Solarpotenzialkarte der Landeshauptstadt angesehen und entnehmen ihr, dass es gerade in Pasing sehr viele Gebäudedächer gibt, auf denen Fotovoltaikanlagen montiert werden könnten. In der jüngsten BA-Sitzung brachten die Sozialdemokraten mit vier Anträgen ihre Solaroffensive erfolgreich durch. Sie fordern Fotovoltaik auf den flachen Dächern des Max-Planck-Gymnasiums, des Westbades, auf den Neubauten im Quartier an der Paul-Gerhardt-Allee sowie an der Lärmschutzwand entlang der Josef-Felder-Straße.

Zur Begründung ihres Antragspakets liefern die SPD-Fraktionsmitglieder Constanze Söllner-Schaar und Franziska Messerschmidt das, was sie an halbwegs aktuellem Datenmaterial aus dem Referat für Gesundheit und Umwelt bekommen konnten: Demnach existierten, Stand Ende 2017, im Stadtgebiet 4164 Fotovoltaikanlagen mit insgesamt knapp 60 Megawattspitzenleistung. Im Jahr 2016 wurden mit allen Fotovoltaikanlagen in München 44,4 Megawattstunden Strom ins Netz eingespeist. Laut SPD-Fraktion ist das bei der Sonnenlage Münchens viel zu gering. Da sei mehr drin, auch im Stadtbezirk.

Etwa auf den Flachdächern des Max-Planck-Gymnasiums an der Weinbergerstraße. Dort könnte nach Einschätzung der SPD eine Anlage mit einer Modulfläche von etwa 2000 Quadratmeter mit einer Leistung von circa 300 Kilowatt-Peak (kWp) errichtet werden. Diese könnte dann an das virtuelle Kraftwerk der Stadtwerke München angeschlossen werden. In diesem Projekt "M-Partnerkraft" werden viele Erzeugungsanlagen und Stromverbraucher miteinander vernetzt. Dadurch werden laut Stadtwerke Erzeugungskapazitäten realisiert, die denen großer Kraftwerke entsprächen. Die Landeshauptstadt soll nun prüfen, ob und in welcher Dimension sich die Dächer der Pasinger Schule eignen, mit Solarpanelen bestückt zu werden. Falls die Prüfung positiv ausfällt, muss allerdings noch die Regierung von Oberbayern dem Projekt zustimmen. Das Max- Planck ist ein staatliches Gymnasium. Sollte das Westbad als Solar-Standort in Frage kommen, könnte die Stadt hingegen alleine entscheiden. Die SPD im Bezirksausschuss hält das Dach des Bades jedenfalls für sehr geeignet, dort ließe sich eine Modulfläche von 1300 Quadratmetern mit einer Leistung von über 200 kWp installieren.

Diese beiden Standorte wurden im Bezirksausschuss ohne Diskussion befürwortet. Bedenken gab es hingegen, was eine mögliche Fotovoltaikanlage an den über ein Kilometer langen Lärmschutzwänden der Josef-Felder-Straße, der sogenannten Nordumgehung Pasing, angeht. Dort gibt es bereits an einigen Stellen Fotovoltaik. Die SPD fordert nun für die südöstlich gelegenen Bereiche pro Meter Lärmschutzwand eine Solarpanelfläche von einem Quadratmeter. Auf der Gesamtlänge von einem Kilometer wären dies dann am Ende 1000 Quadratmeter für Fotovoltaik, was eine Spitzenleistung von 100 KWp ergeben könnte. Sollte die Prüfung für diesen Standort ebenfalls positiv ausfallen, darauf wies CSU-Fraktionssprecher Frieder Vogelsgesang hin, müsste das Projekt allerdings zurückgestellt werden. Die Josef-Felder-Straße wird für die Verlängerung der U 5 zum Pasinger Bahnhof nämlich noch einmal zur Baustelle.

Zustimmung aus dem Gremium, wenn auch mit Einwänden, gab es auch für das neue Wohnquartier an der Paul-Gerhardt-Allee als Standort für Fotovoltaik. Die SPD fordert die Landeshauptstadt auf, die Bauträger dort anzuhalten, auf mindestens 50 Prozent ihrer Flachdächer Solaranlagen zu errichten oder zumindest zur Vermietung an Anlagen-Betreiber bereitzustellen. Wieder war es Frieder Vogelsgesang, der Bedenken äußerte: Schon im Bebauungsplan für das Quartier sei festgehalten, dass dort auf den Dächern Fotovoltaikanlagen errichten werden müssten. Allerdings auch begrünte Dächer oder gar Dachgärten. Zudem seien viele der Wohnungen im Quartier bereits im Verkauf.