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Saif al-Arab Gaddafi:Abendessen mit dem Polizeipräsidenten

Gute Verbindungen Saif al-Arab Gaddafis nach Paris wurden schon 2007 vermutet: Damals ging die Münchner Polizei dem Verdacht nach, er habe Sturmgewehre in einem Diplomatenfahrzeug der libyschen Botschaft dorthin geschmuggelt. Die Waffen sollen laut der Aussage eines Mannes, der den BMW 760 gefahren hatte, über Italien nach München gebracht und in einem Pariser Hotel an mehrere Männer übergeben worden sein.

Trotz dieser und weiterer Zeugenaussagen wollte die Staatsanwaltschaft Anfang 2010 keine Ermittlungen mehr gegen Gaddafi aufnehmen. Auch dem Verdacht, er habe einen Disco-Türsteher umbringen lassen wollen, wurde nicht weiter nachgegangen. Begründung: Es habe keine ausreichenden Hinweise für einen Anfangsverdacht für Straftaten gegeben.

Statt ein Ermittlungsverfahren voranzutreiben, traf sich der Münchner Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer mit Gaddafi im Bayerischen Hof zum Abendessen. Und während Gaddafi nun nicht mehr erreichbar ist, muss sich der Polizeichef Fragen stellen lassen. Die Landtags-Grünen haben eine schriftliche Anfrage zu den Vorgängen um Gaddafi junior und dessen Verbindungen zum Polizeichef beim Justizministerium eingereicht.

Die Gläubiger, so versichert ein Münchner Jurist, werden nicht so leicht klein beigeben. Bei den offenen Rechnungen soll es um Provisionen beim Kauf seiner Münchner Villen oder auch um Reparaturkosten für seinen Ferrari gehen.