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Nach der Silvesterparty:Katerstimmung auf der Praterinsel

Frust statt Feier: In der Silvesternacht standen viele Gäste bis zu zwei Stunden im Regen, um auf Einlass zur Silvesterparty auf der Praterinsel zu warten. Das Chaos hat nun ein Nachspiel.

Franz Kotteder

Die missglückte Silvesterparty auf der Praterinsel hat ein Nachspiel: Besucher, die zum Teil mehr als zwei Stunden auf Einlass warteten und dann trotz vorher gekaufter Karten wieder gehen mussten, bekommen nun ihr Eintrittsgeld zurück. Die Veranstalter reagierten damit auf die Proteste zahlreicher Besucher. So hatte sich auf der Online-Plattform Facebook eine Gruppe mit dem Namen "Angepisst von der Silvesterparty 2011 / 2012 auf der Praterinsel" gebildet, der binnen kürzester Zeit mehr als 300 Mitglieder beigetreten waren.

Lichtinstallation auf der Münchner Praterinsel, 2011

Nicht jeder, der eine Karte für die Silversterparty auf der Praterinsel hatte, kam auch rein. Nun sollen die Gäste, die draußen bleiben mussten, ihr Geld zurück bekommen.

(Foto: Robert Haas)

Die Beiträge auf dieser und anderen Seiten sind recht deutlich: "Diese Party war die schlimmste und unorganisierteste, auf der ich jemals war", heißt es zum Beispiel. Hunderte Leute mussten stundenlang im strömenden Regen und im Gedränge ausharren, einige seien sogar ohnmächtig geworden und mussten vom Rettungsdienst versorgt werden.

"Wir waren mit 13 Leuten auf der Praterinsel", schreibt ein Besucher, der nicht hineingekommen ist, "am Ende war ich froh, dass alle unverletzt wieder nach Hause gekommen sind." Und eine andere Facebook-Nutzerin meint, auf die Love-Parade-Katastrophe anspielend: "Wie kann man nach Duisburg 2010 so mit seiner Verantwortung für die im Voraus ersichtliche Anzahl von eingeladenen Gästen umgehen?"

Bastian Schleich von der Eventagentur "Modern amusement", die die Silvesterparty zusammen mit "Willfeiern Events" veranstaltet hat, sagt, der engagierte Ordnungsdienst sei von dem Ansturm völlig überrascht worden. Bereits um 21 Uhr sei "eine gigantische Menschentraube" vor dem Eingang gestanden, obwohl die Veranstaltung erst um 22 Uhr beginnen sollte. Mit dem Andrang an der Abendkasse habe man nicht gerechnet, so dass auch Besucher, die ihre Karten im Vorverkauf erworben hatten, sehr lange im strömenden Regen warten mussten. Schleich versichert: "Jeder, der die Veranstaltung nicht besuchen konnte, kriegt sein Geld zurück, der uns über unsere Homepage die Ticketnummer und seine Bankverbindung mitteilt."

Ob das reicht, um die Wogen zu glätten, ist fraglich. Zahlreiche Besucher, die es noch auf das Partygelände geschafft hatten, berichten von rüdem Sicherheitspersonal, überlangen Wartezeiten vor Bars und Toiletten und kündigen Klagen gegen die Veranstalter an. Auch die Stadt wird aufgefordert, die Vorfälle wegen der "katastrophalen Sicherheitslage" zu untersuchen.

© SZ vom 03.01.2012/bica
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