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#sieinspiriertmich:Fest für den Feminismus

Lara-Sophie Milagro

Lara-Sophie Milagro setzt sich mit dem Kollektiv Label Noir dafür ein, dass schwarze Schauspielerinnen nicht auf ihre Hautfarbe reduziert werden.

(Foto: Kasimir Bordasch)

In der Muffathalle findet am Samstagabend die Veranstaltung #sieinspiriertmich statt. Die Teilnehmerinnen wollen sich dort verbünden - und feiern.

Ein großes Fest für den Feminismus soll es werden. Ohne Podiumsdiskussion und ohne Gruppenarbeiten, aber mit feministischen Impulsen. Am Samstagabend werden in der Muffathalle fast ausschließlich Frauen auf der Bühne stehen, und trotz ernster Themen will man vor allem eine Party feiern. Es bräuchte dafür nicht zwingend einen Anlass, die Veranstalterinnen und Veranstalter von #sieinspiriertmich nennen trotzdem zwei: Das Jubiläum des Frauenwahlrechts - es ist nun 100 Jahre her, dass zum ersten Mal Frauen bei einer nationalen Wahl ihre Stimme abgeben durften. Außerdem der Weltfrauentag, der zwar schon am vergangenen Freitag stattfand, an den man einen Tag später aber noch einmal erinnern will. Das Motto des Abends in der Muffathalle soll sein: "Gemeinsam das Erreichte feiern und sich für alles Weitere verbünden", heißt es von Seiten der Veranstalterinnen.

Gelegenheiten zum Verbünden wird es genug geben, denn das Fest organisieren das Kulturreferat und die Gleichstellungsstelle der Landeshauptstadt München zusammen mit Dutzenden Initiativen. Wer sich die Liste ansieht, dem wird noch einmal vor Augen geführt, wie viele verschiedene Gruppen in der Stadt sich mittlerweile mit feministischen Themen auseinandersetzen. Da ist zum Beispiel der Verein Frauenstudien, der einen Filmclub und einen Buchclub organisiert.

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Im April wird "Kassandra" von Christa Wolf gelesen und im Juni dann "Machonomics" von Katrine Marçal. Da ist auch das Team von Magdalena München, das in der freien Theaterszene mehr Aufmerksamkeit auf die Arbeit von Künstlerinnen lenken will und Frauen miteinander vernetzen. Da ist auch die Internationale Frauenliga, der Verein für Queer Culture, die Gruppe MiLes für mitteljunge Lesben und der Verein Mörderische Schwestern - sie wollen von Frauen verfasste Kriminalromane fördern und schreiben unter anderem Stipendien aus.

Es wird an dem Abend acht verschiedene Stationen geben, an denen sich Besucherinnen und Besucher inspirieren lassen sollen. Zum richtigen Streiten zum Beispiel, zum gemeinsamen Schauspiel und zum Entwerfen von Utopien. Später werden drei Frauen und ein Mann Impulse auf der Bühne geben, die Schauspielerin Lara-Sophie Milagro zum Beispiel. Sie hat es sich mit ihrem Kollektiv namens Label Noir zur Aufgabe gemacht, dass schwarze Schauspielerinnen und Schauspieler nicht immer auf ihre Hautfarbe und ihre Herkunft reduziert werden. Auch die Aktivistin Kübra Gümüşay wird da sein, die auf Twitter vor ein paar Jahren den Hashtag #schauhin mit initiiert hat. Tausende Menschen haben unter diesem Hashtag von ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus berichtet.

Der Titel der Veranstaltung am Samstag ist bewusst als Hashtag gewählt, denn schon Anfang des Jahres hat das Kulturreferat begonnen, Dutzende Münchnerinnen und Münchner zu befragen, welche Frauen sie in ihrem Leben inspiriert haben. Sie haben dann zum Beispiel von Großmüttern oder Dirigentinnen erzählt, auch von Philosophinnen wie Simone de Beauvoir oder Aktivistinnen wie Clara Zetkin. Unter dem #sieinspiriertmich soll das Projekt auch in den sozialen Netzwerken weitergehen, auf Instagram oder auf Twitter. Man will sich schließlich für alles Weitere verbünden.

Das Fest "Sie inspiriert mich" beginnt um 17.30 Uhr in der Muffathalle und geht bis drei Uhr in der Nacht. Mehr Informationen zum Programm der verschiedenen Bühnen sowie zu den Videos der Münchnerinnen und Münchner auf der Webseite www.sie-inspiriert-mich.de

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