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Siedlung Ludwigsfeld:Erinnerungsort und Bürgertreff

Bezirksausschuss fordert Erwerb der KZ-Baracke in Ludwigsfeld

Der Bezirksausschuss (BA) Feldmoching-Hasenbergl hat die Stadt aufgefordert, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude an der Granatstraße, Teil des ehemaligen Außenlagers Allach des KZ Dachau, zu erwerben und als Erinnerungsort und Bürgertreff zu bespielen. Kürzlich hat das Kulturreferat die ausführlichen Untersuchungen des Kulturbüros "Frankonzept" vorgestellt, wie ein Erinnerungs- und Dokumentationsort in der Siedlung Ludwigsfeld gestaltet werden könnte. In ihrer Studie lehnen es die Wissenschaftler ab, in dem Gebäude einen größeren Dokumentationsort einzurichten. Das will der Bezirksausschuss jedoch nicht akzeptieren.

Das Gebäude an der Granatstraße war Teil des ehemaligen Außenlagers Allach des Konzentrationslagers Dachau, das sich von 1943 bis 1945 auf dem Gelände der heutigen Siedlung Ludwigsfeld befand, und ist die letzte noch stehende Baracke des ehemaligen Lagers. Bisher erinnern nur zwei Gedenktafeln an den historischen Hintergrund der Siedlung. Der Bezirksausschuss will das nach jahrelangen Diskussionen nun endlich ändern. Die Stadt soll an dem Gebäude eine Gedenktafel für alle ermordeten Opfer des Außenlagers mit Angaben wie Namen, Herkunft und Sterbedatum anbringen. Einen Vorschlag aus der Studie haben die Stadtviertelvertreter jedoch aufgenommen: Auch sie fordern ein Denkmal an der Fundstelle der im Jahr 2017 exhumierten zwölf Skelette auf dem ehemaligen KZ-Friedhof.

Nach einstimmig beschlossenem Antrag des Lokalpolitikers und Stadtteilhistorikers Klaus Mai (SPD) soll die Stadt außerdem kurzfristige Maßnahmen ergreifen, die Baracke substanziell zu erhalten, die Räume langfristig sanieren und den baulichen Zustand sichern. "Neben den verklärenden ,schönen' Münchner Nazibauten wie dem Haus der Kunst, dessen Sanierung mindestens 150 Millionen Euro betragen wird, repräsentiert vor allem die KZ-Baracke die Schreckensherrschaft der NS-Diktatur innerhalb der Stadt München", heißt es im Antrag von Mai.

In der Siedlung Ludwigsfeld ist es der Wunsch vieler Bewohner, die Räume als Bürgertreff zu nutzen, weil in dem Kleinstviertel ein Nachbarschaftstreff fehlt. Die Lokalpolitiker unterstützen diese Forderung. Nach Auftrag des BA soll Klaus Mai nun außerdem bei den Eigentümern des Baracken-Grundstücks in Erfahrung bringen, wie hoch die Kosten ausfallen würden, das Gelände zu kaufen.