Ehrenamtliche gesucht:Polizei will Sicherheitswacht ausbauen

Seit 1994 gibt es in Bayern die Sicherheitswacht. Sie besteht aus ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern, die etwa in öffentlichen Parks oder Fußgängerzonen auf Streife gehen, eingreifen, wenn es dort Ärger gibt, und gegebenenfalls die Polizei verständigen. Sie seien eine wertvolle Unterstützung für die Arbeit der Beamten, erklärte Münchens Polizeipräsident Thomas Hampel am Donnerstag bei einer Presserunde in der Polizeiinspektion 15 in Sendling, in deren Bereich es seit 2017 eine Sicherheitswacht gibt. Aktuell werfen derzeit rund 100 Ehrenamtliche tagsüber ein Auge auf ein bestimmtes Stadtviertel. Doch wenn es nach der Münchner Polizei geht, sollen es bis zu 150 werden, weshalb sie nun eine Kampagne gestartet hat, um neue Helfer zu gewinnen.

Bei der Sicherheitswacht einsteigen kann jeder und jede zwischen 18 und 62 Jahren. Nach einer 40-stündigen Ausbildung bekommen die Ehrenamtler dann eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde. Ihre Präsenz soll das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken, die Polizei ersetzen können und sollen sie indes nicht, wie Hampel ausdrücklich betonte. Dennoch dürfen die unbewaffneten, aber uniformierten Sicherheitswachtler so einiges: Auf frischer Tat ertappte Straftäter dürfen sie bis zum Eintreffen der Polizei festhalten, sie dürfen die Identität von Personen feststellen und die Daten an die Polizei und die Kommune weiterreichen und sie dürfen Platzverweise erteilen.

In München ist nicht jeder Stadtbezirk gleichermaßen davon begeistert. So lehnt etwa der Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe, insbesondere die Grünen, eine Sicherheitswacht ab, da keine Notwendigkeit bestehe.

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