Im Show-Geschäft gibt es keinen Winter, da blüht immer das Leben. Und doch macht sich im aufkommenden Frühling wieder eine Aufbruchsstimmung in der Unterhaltungsbranche bemerkbar. Gut, der Cirque du Soleil, der jetzt einen kühlen Monat lang den Münchnern auf der Theresienwiese mit „Alegria“ („Freude“) die Herzen erwärmt hat, der bricht sein Zelt bald wirklich ab und bricht nach der letzten von 50 Vorstellungen am 15. März auf nach Düsseldorf. Aber dafür zeigen die jungen Artisten von Leopoldini, wie es weitergeht mit dem Zirkus in München. Das Frühlingserwachen im Theatersaal der Schwabinger Waldorfschule ist gleich zu Jahresbeginn schon mal ein Höhepunkt der Akrobaten-Schmiede: rührend, bezaubernd, fantasievoll und bestaunenswert, diese Revue (Freitag, 13. März, 19 Uhr, Samstag, 14. März, 18 Uhr, www.circus-leopoldini.de).

In Zirkuszelten ist bei seinem Märchenbazar im Winter und seinem großen Festival im Sommer auch der hippe Kulturverein Wannda daheim. Nun hat er ein Gastspiel im „Dings“ organisiert, das ist das zwischengenutzte Sendlinger-Tor-Kino. Die Kultur-Hippies laden dort – um „den Frühling zu versüßen“ (als ob das nötig wäre!) – zu einer Fashion Revolution Show (15. März, 15 bis 19 Uhr, www.dasneuedings.de). Nicht nur präsentieren junge Designer und Labels wie Amelie Kurzstrumpf, Branka Karol, Joelle Jacobs, Hallehluyeah oder Fish and the Gang ihre nachhaltigen Kreationen, es gibt auch einen Vintage-Clothing-Markt, ein Mini-Konzert von Monkey Pepper und eine Talkrunde zum Thema „Female Empowerment“.

Das alte Kino respektive Das neue Dings hat vor dem offiziellen Closing Ende März noch einige weitere Shows zu bieten, zum Beispiel Welcome to the Barrio, eine Latino-Musik-Revue, die im mit Videokunst bestrahlten Saal „ein interaktives Erlebnis“ bieten soll, „das es in dieser Form in München noch nicht gegeben hat“ (27. März).
Latino-Party, das kann das Deutsche Theater auch: Ballet Revolution ist hier schon seit vielen Jahren der Tanz-Hit aus Kuba. Die in aller Welt tourenden Tanz-Athletinnen und -Athleten von der bröckelnden Karibikinsel verschmelzen Ballett mit Streetdance, Contemporary Dance und Latin Moves zu Pop-Perlen von Lady Gaga, Bruno Mars, Sabrina Carpenter, Dua Lipa und anderen (10. bis 15. März). Und damit geht es im Show-Palast an der Schwanthalerstraße nach der Faschingspause erst so richtig los, es folgen etwa „Die Nacht der Musicals“ (15. März), das Michael-Jackson-Musical Beat it! (17. bis 21. März) und dann das vom Festspielhaus Neuschwanstein eingeladene Musical-Märchen „Cinderella – Wo drückt der Schuh“ (24. bis 29. März).

Ein weiteres Familien-Musical gibt es im Fat Cat (dem alten Gasteig). Dort gastiert im Carl-Orff-Saal die Wings Show Production aus Italien mit Alice im Wunderland. Basierend auf Lewis Carolls psychedelischem Buchklassiker sei das „mehr als nur eine Show“, heißt es: „Es ist ein Erlebnis“ für Menschen jeden Alters. „Mysteriös, verlockend, lustig und manchmal gefährlich“ kombiniere man „Show, Zirkus, Tanz, Kabarett und Theater“ und zeige „phantasmagorische Bilder, unerwartete visuelle Effekte und unglaubliche Stunts auf einzigartigen Zirkus-Requisiten“. Wenn’s stimmt: wahrlich ein Wunderland (17. März, 19 Uhr).
Wer auch ohne moderne Effekte staunen will, sollte zum Natya-Fest ins Einstein gehen (21. März, 18 Uhr). Das Nityaa Arts Centre, gegründet von Vid Shubhada Subramanyam, will hier dem Münchner Publikum schon im fünften Jahr authentisches indisches Tanztheater nahebringen. Vasundhara Doraswamy und andere Tänzerinnen zeigen unter anderem eine „interessante Situation in der Geschichte von Lord Krishna“, in der drei seiner Mütter ein ernstes Gespräch mit dem jungen Gott führen. Er hat wohl mal wieder Frühlingsgefühle.


