Weltklasse-Klarinettistin Sharon Kam„Ich kann nicht lernen, plötzlich Angst zu haben“

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Große Karriere: 1990 spielte Sharon Kam als Solistin beim historischen gemeinsamen Konzert des Israel Philharmonic Orchestra und der Berliner Philharmoniker in Tel Aviv.
Große Karriere: 1990 spielte Sharon Kam als Solistin beim historischen gemeinsamen Konzert des Israel Philharmonic Orchestra und der Berliner Philharmoniker in Tel Aviv. Nancy Horowitz

Sharon Kams Großeltern haben die Shoah überlebt. Die gebürtige Israelin zog in den Neunzigerjahren ins Land der Täter, um einen Deutschen zu heiraten. Heute sagt die Weltklasse-Klarinettistin: „Ich gehöre hierher.“

Interview von Paul Schäufele

Die Klarinettistin Sharon Kam erinnert sich noch gut an ihren ersten Aufenthalt in München. Als junge Israelin, als Jüdin kam sie an einen historisch belasteten Ort. Ihre Großmutter hatte, mit falschem Pass, als Zwangsarbeiterin in Stuttgart die Shoah überlebt, ihr Großvater gemeinsam mit russischen Partisanen gegen die Deutschen gekämpft. Ihre Enkelin aber hat sich ausgerechnet für ein Leben in Deutschland entschieden. Mit der SZ spricht die 54-Jährige über den „Rucksack“ der Vergangenheit, Antisemitismus und über eine Liebe, die Grenzen überwunden hat. Am 15. April kehrt Kam für ein Konzert nach München zurück.

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