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Sexuelle Gewalt durch Flüchtlinge:Suche nach den Ursachen

SZ-Leser verweisen auf die Tücken der Statistik und die Probleme junger Menschen

"Zahlen, die verstören" vom 14. September:

Entwurzelt, ohne Freundin

Die Zahl der Sexualdelikte ist also gestiegen und ja, es sind Asylbewerber unter den Tatverdächtigen. Viele der Asylbewerber sind junge Männer, und dass diese ohne genügend Möglichkeiten, ihre Triebbedürfnisse zu befriedigen, in Versuchung kommen können, dies gewaltsam zu tun, scheint mir nicht verwunderlich. Es ist für diese entwurzelten jungen Männern sicher schwer, wie ihre deutschen Altersgenossen eine Freundin zu haben. "Ehrbare" heiratsfähige Mädchen aus ihrem Kulturkreis in ihrer neuen Heimat zu finden, ist aber auch nicht einfach. Eines noch am Rande: Das Bild zum Artikel zeigt das Brustbild einer jungen Dame im Spaghetti-Top, das sehr einladend wirkt, wenn auch der warnende Schriftzug "Don't Touch" das Gegenteil bewirken soll. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, dass offenherzige Kleidung bei Männern Begehren wecken. Sybille Böhm, München

"Und die Sexualität?"

Noch vor den Übergriffen an Silvester in Köln kommentierte die damals 92-jährige Nachbarin meines Cousins beim Anblick der vielen 20- bis 30-jährigen Flüchtlinge: "Und die Sexualität?" Es sieht so aus, als hätten unsere Politiker vergessen, was sie damals bewegte, als sie in diesem Alter waren. Nur wissen wir halt, wie wir uns in unserer Kultur zu verhalten haben. Burkhard Colditz, Sindelsdorf

Erschreckende Dunkelziffer

In dem Bericht schreiben Sie, dass die Straftaten der tatverdächtigen Zuwanderer um 91 Prozent seit dem gleichen Halbjahr 2016 gestiegen sind. Das ist korrekt und auch verstörend. Wenn man aber genau nachrechnet, hat der Gesamtanteil im ersten Halbjahr 14,2 Prozent betragen, im gleichen Halbjahr 2017 beträgt er 18,4 Prozent. Sexualstraftäter gibt es auch in Deutschland. Erschreckend, dass es da noch die Dunkelziffern und die der häuslichen Gewalt gibt, die nicht angezeigt werden. Wenn man sich noch erinnert, was früher hinter jedem Festzelt zu später Stunde vor sich ging, dann sind wir zum Glück heute ein gutes Stück weiter. Die Schande zuzugeben, dass man Angst hatte und dass man sich deswegen nicht ordentlich gewehrt hat, hielt viele Frauen zurück, eine Anzeige zu machen. Das ist auch noch heute so, siehe 'häusliche Gewalt'.

Monika Schau, Bamberg

© SZ vom 20.09.2017
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