Genügen Pullover und Schal? Oder besser noch eine Decke einpacken? Zwölf Grad sind angekündigt am Freitagabend für Oberammergau, am Ende werden es immerhin 13 sein. Seit Serge Dorny vor drei Jahren Intendant der Bayerischen Staatsoper wurde, hat er „Oper für alle“ zeitlich wie räumlich verlegt. Zeitlich ans Ende September, wo das traditionelle Open-air-Konzert nun das „Unicredit Septemberfest“ eröffnet, räumlich dorthin, wo die Staatsoper mal tatsächlich die bayerische, nicht nur die Münchner ist, draußen am Land. In diesem Jahr findet es erstmals in Oberammergau statt, wo man sich von abendlicher Bergesfrische nicht schrecken lässt: Mit knapp viertausend Besuchern ist das Passionstheater fast voll. Schließlich gibt es die Karten kostenlos, und ist hier etwas zu erleben, „was die Gemeinde Oberammergau nicht so schnell wieder bekommt“, wie Bürgermeister Andreas Hörl bei der gemeinsamen Begrüßung mit Dorny sagt. Sei es doch nicht ganz leicht, mal eben für eine Vorstellung nach München zu fahren, schon gar nicht – die Oberammergauer quittieren es mit wissendem Lachen – in der Deutschen Bahn.
Septemberfest der Bayerischen StaatsoperOpern-Spaß statt Wiesn-Mass in Oberammergau und München
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Im Passionstheater Oberammergau sitzt Piotr Beczała die große Tenorgeste quasi in der Smokingtasche, im Nationaltheater bekommt Jonas Kaufmanns Kostüm ein zweites Leben als Drag-Show-Outfit.
