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Sendling-Westpark:Viele Wünsche offen

Die Verschönerung des Partnachplatzes beschränkt sich vorerst aufs Aufstellen einiger Bänke

Von Berthold Neff, Sendling-Westpark

Fast drei Jahre ist es her, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in einer Ideenwerkstatt Gedanken gemacht haben darüber, wie der Partnachplatz und sein Umfeld so gestaltet werden könnten, dass man sich dort gerne aufhält. Selbst von einer reinen Fußgängerzone rings um den Platz war die Rede. Aber schon damals war allen klar, dass ein großer Umbau nur gelingen würde, wenn es dafür Geld von der Stadt gibt. Davon profitierten bisher nur jene Orte, die es in das Fünf-Plätze-Programm der Stadt geschafft hatten.

Der große Wurf lässt also notgedrungen noch auf sich warten, doch immerhin etwas konnte Günter Keller (SPD), der Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Sendling-Westpark, in der jüngsten Sitzung des Gremiums als Erfolg vermelden. Sechs Bänke werden der Bürgerschaft zumindest das Verweilen auf dem Partnachplatz erleichtern. Bei einem Ortstermin mit Vertretern des Baureferats hatte Keller dafür die Eckpunkte ausgemacht. Die Bänke sollen so platziert werden, dass sie den Zustrom der Fahrgäste in Richtung U-Bahn-Station nicht behindern. Und sie werden, das kann man annehmen, nicht nur den Fußgängern eine Chance zum Ausruhen bieten, sondern noch einen positiven Nebeneffekt haben: Sie verhindern den Verhau an wild abgestellten Fahrrädern auf dem Platz, rings um die paar Bäume und Büsche.

Dennoch hielt sich vor allem bei den Grünen im Gremium die Begeisterung sehr in Grenzen. Fraktionssprecherin Maria Hemmerlein erinnerte an das große Engagement der Bürgerschaft, die sich viele Gedanken über eine bessere Platzqualität gemacht hätten, "und jetzt gibt es bloß ein paar Bänke". Die CSU hielt sich mit Kritik zurück, da sie ohnehin, bereits bei den Sitzungen der BA-Arbeitsgruppe "Zukunft Partnachplatz", lediglich Verbesserungen gefordert, aber einen radikalen Umbau abgelehnt hatte. Da also noch Gesprächsbedarf besteht, wurde das Thema zur weiteren Analyse in den BA-Unterausschuss Bau, Stadtplanung und Umwelt verwiesen.

Dort soll auch geprüft werden, ob man anstatt gewöhnlicher Sitzbänke auch Sitzmöbel im Kreis aufstellen könnte, was die Kommunikation erleichtern würde. Das könne allerdings laut Günter Keller daran scheitern, dass rund um die Bäume dafür nicht genug Platz ist. Die Liste der von der Bürgerschaft gewünschten Verbesserungen bleibt also lang. In der Straße vor der Ladenzeile, die ebenfalls als Partnachplatz geführt wird, aber das Ende der Zillertalstraße markiert, wollten die Bürger gerne Tempo 20 haben, außerdem sollen ansprechende Radl-Abstellplätze entstehen. Es bleibt also bei dem, was der SPD-Fraktionssprecher Walter Sturm schon Ende Oktober 2019 konstatierte: "Das alles ist nicht der Idealzustand, sondern der Beginn eines Prozesses."

© SZ vom 04.02.2021
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