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Sendling-Westpark:Treff im Grünen

Wo München schöner wurde - Luise-Kiesselbach-Platz

Im Visier: der frühere Kiosk am Luise-Kiesselbach-Platz.

(Foto: Corinna Guthknecht)

Lokalpolitiker wollen auf der Wiese am Luise-Kiesselbach-Platz Feste feiern

Von Berthold Neff, Sendling-Westpark

Mehr als fünf Jahre ist es her, dass die Autolawine begann, ihren Weg großteils unter dem Luise-Kiesselbach-Platz zu nehmen, sodass es an der Oberfläche deutlich leiser wurde. Aber nun ist die Diskussion entbrannt, wie man dieses neu gewonnene Stück Natur nutzen kann. Einiges ist bisher schon geschehen: Ein Maibaum steht, die anderen Bäume wachsen, das Rasengrün sprießt. Dennoch gibt es Gesprächsbedarf, wie auch am Dienstagabend deutlich wurde, als der Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark sich zur Sitzung in der Mensa des Erasmus-Grasser-Gymnasiums traf.

Die CSU, deren BA-Mitglied Otto Seidl nicht nur stellvertretender BA-Vorsitzender ist, sondern auch an der Spitze des Maibaumvereins steht, pocht darauf, dass die große Wiese bei Stadtteil- oder Bürgerfesten oder auch bei Veranstaltungen des Maibaumvereins genutzt werden soll. Der befestigte Festplatz sei für größere Veranstaltungen zu klein, "und deshalb ist es unumgänglich, auch die große Wiese miteinzubeziehen". Gerade bei schlechtem Wetter, so die Argumentation der CSU, sei ein Bierzelt nötig. Klar sei, dass im Zelt ein befestigter Holzboden eingebaut werde, um die Wiese zu schonen. Der Betreiber müsse auch garantieren, dass er eventuelle Schäden an der Wiese auf eigene Kosten beseitigt. Wenn diese Auflagen eingehalten würde, sei die Gartenbau-Abteilung im Baureferat bereit, solchen Veranstaltungen zuzustimmen. Den Platz will Seidl mit seinem Maibaumverein bereits in diesem Advent nutzen, und zwar für den Christkindlmarkt des Vereins, vom 27. November bis zum 23. Dezember, jeweils an den Wochenenden. Ob der Markt allerdings vom Kreisverwaltungsreferat genehmigt wird, hängt natürlich von der weiteren Entwicklung der Corona-Fallzahlen ab. Die Wiese würde dabei (Seidl: "Es handelt sich nur um neun Buden") nicht angetastet, man will sich mit der Schotterfläche begnügen.

Auf Antrag der CSU soll nun auch geklärt werden, was mit dem Gebäude an der Ecke des Platzes geschieht, das seit Langem der Vereinssitz des Motorradclubs "Streetfighter Nomads" ist. Als noch der Verkehr das Vereinsheim umtoste, ließ man den Verein gewähren, doch jetzt hätte es der BA gern, wenn dort wieder ein Kiosk samt Toilette eingerichtet wird. Nachfragen beim Kommunalreferat waren bisher erfolglos, man schaffte es nicht, Details zum Vertrag zu erhalten. Nun aber, so die CSU, sei der Verein offenbar aufgelöst, so dass sich die Frage des Mietvertrags neu stelle. Es sei Zeit, diesen "Schandfleck" zu beseitigen und das Areal einem für alle Bürger nützlichen Zweck zuzuführen.

Aber auch die Kinder hat man nicht vergessen. Das Baureferat ist bereit, dort einen Spielplatz zu bauen, erinnert aber daran, dass es dafür eine Lärmschutzwand bräuchte, weil der Lärmpegel auf dem Platz die Obergrenzen für Spielplätze flächendeckend überschreite. Man könnte die Spielfläche zum Beispiel absenken und eine Boulderwand bauen, die den Lärm abhält. Auf Initiative der Grünen beschloss der BA, die Kinder aus der näheren Umgebung bei der Planung des Spielplatzes einzubeziehen.

© SZ vom 29.10.2020

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