Sendling-Westpark Leben in die Plattenwüste

Der Partnachplatz ist kein Ort, an dem man gerne verweilt. Doch das soll anders werden.

(Foto: Stephan Rumpf)

Der Partnachplatz, bisher kein Schmuckstück, soll einladender werden. Bürger können nun Vorschläge für eine Umgestaltung machen, diese werden in einem Workshop vertieft

Von Berthold Neff, Sendling-Westpark

Ein paar Bushaltestellen, ein Bücherschrank, ein paar Bäume, ein Brunnen mit Sitzbänken und vor allem eine breite Straße, die quer drüber führt: Der Partnachplatz ist schon auf den ersten Blick kein städtebauliches Schmuckstück. Immer wieder hat es Vorstöße gegeben, die Aufenthaltsqualität an dieser zentralen Stelle des Viertels zu verbessern, doch geschehen ist bisher nichts. Das soll sich nun ändern. An diesem Freitag von 16 bis 18 Uhr lädt der Bezirksausschuss Sendling-Westpark alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich an Ort und Stelle ein Bild von der Situation zu machen und zu sagen, was sie verbessern würden, damit der Partnachplatz ein Ort wird, an dem sich die Menschen gerne aufhalten.

"Wir hoffen auf rege Beteiligung, denn der öffentliche Raum und seine Gestaltung tragen wesentlich zur Wohnzufriedenheit der Bewohnerinnen und Bewohner bei", sagt Günter Keller (SPD), der Vorsitzende des Bezirksausschusses. Das Stadtviertelgremium hatte sich bereits im vergangenen Jahr bei einem Ortstermin einen Überblick über die Situation verschafft. Danach entschied man, die Bürger selbst entscheiden zu lassen, was sie am Partnachplatz ändern würden. Maria Hemmerlein (Grüne), die stellvertretende BA-Vorsitzende, schlug vor, dass man dafür Geld aus dem Programm "Bürgerinnen und Bürger gestalten ihre Stadt" anfordert. Bei diesem Modell beteiligen sich die Bezirksausschüsse zu einem Viertel an den Kosten einer professionell moderierten Ideenwerkstatt.

Mit 10 000 Postwurfsendungen wurden die Bürger zu dem Treffen eingeladen. BA-Chef Günter Keller hofft, dass möglichst viele Menschen mitmachen. Er als Stadtviertelpolitiker hat zwar auch ein paar Vorstellungen, wie man schon mit ein paar Eingriffen die Aufenthaltsqualität an diesem Ort verbessern könnte. Er vermisst derzeit vor allem einen fließenden Übergang von der Grünanlage im Osten des Platzes hin zu der Freifläche vor dem U-Bahn-Eingang. Auf dieser "Betonplattenwüste" vermisst Keller vor allem ein paar Bänke. Erörtert werden sollte seiner Meinung nach auch die Frage, wie man die kleine Straße im Norden des Platzes, die auch Partnachplatz heißt, in die Gestaltung einbeziehen könnte. Und vielleicht, so Keller, machen die Bürger auch ein paar Vorschläge, wo man einen Spielplatz einrichten könnte, um mehr Leben auf den Platz zu bringen.

Eine seit Jahrzehnten von Bürgern und vom Bezirksausschuss gleichermaßen vorgetragene Forderung wird sich übrigens demnächst erfüllen. Die Fundamente für die immer wieder angemahnte Toilette sind schon gesetzt, sie könnte vielleicht noch in diesem Jahr eröffnet werden.

Am Freitag, 16 Uhr, können sich die Interessierten in einem Infopavillon auf dem Partnachplatz erste Anregungen holen und sich dann im Café des Seniorenwohnheims "Vitanas" gleich gegenüber an Schautafeln inspirieren lassen. Moderiert wird die Veranstaltung von Experten der Wohnwerkstatt des Vereins Urbanes Wohnen. Diese Planer werden die Vorschläge vom Freitag dann gut einen Monat später in einer Ideen-Werkstatt am 20. November im Sozialbürgerhaus an der Meindlstraße 14 im Detail diskutieren. Wer auch dabei mitmachen will, muss sich per E-Mail an ba7-partnachplatz@t-online.de anmelden (oder per Post an den BA 7, Meindlstraße 14, 81373 München).