Sendling-Westpark/Hadern:Zu viele Barrieren

Parkplatz am Waldfriedhof ist wenig behindertenfreundlich

Von Berthold Neff, Sendling-Westpark/Hadern

Wie barrierefrei sind Münchens Parkplätze und Parkhäuser? Dieser Frage gehen noch bis Oktober die Mitglieder des ACE-Kreisvorstandes München-Oberland nach. Im Rahmen der Initiative "Barrierefrei besser ankommen!" sind die Ehrenamtlichen vom Autoclub Europa unterwegs und messen nach. Wie groß sind die Behindertenparkplätze? Und gibt es sie überhaupt überall?

Für ihren ersten Check haben sich Robert Bauer und Reiner Hart vom ACE-Kreisclub München-Oberland den Parkplatz am Waldfriedhof an der Fürstenrieder Straße ausgesucht. Wenn man bedenkt, dass auch und gerade ältere Menschen den Friedhof besuchen, sollte man meinen, dass dort die Barrierefreiheit bestmöglich umgesetzt ist. Doch weit gefehlt. Nur drei der möglichen zwölf Punkte kann der Parkplatz am Ende für sich verbuchen. Das Fazit der Prüfer: "Es gibt keine markierten Behindertenparkplätze!" Genau genommen gibt es gar keine Markierungen - was an sich auch Vorteile haben kann, merken Bauer und Hart an. "Man kann frei parken, auch mit etwas mehr Abstand, sodass auch Menschen mit Handicap gut ein- und aussteigen können", sagt Bauer. Aber: Wenn dann ein anderes Fahrzeug knapper daneben einparkt, dann geht nichts mehr.

Lediglich bei der Kostenfreiheit kann der Platz punkten, zudem sind die Parkflächen eben und gefahrlos zu erreichen. Das war es dann aber auch schon. Eine eigene Beleuchtung gibt es nicht - tagsüber zu den Öffnungszeiten des Friedhofes ist das sicher kein Problem. Abends aber, wenn der Platz auch von anderen Verkehrsteilnehmern genutzt wird, gibt es nur die Straßenbeleuchtung, die etwas Licht spendet.

Der Weg zum Friedhof durch die Unterführung kann dann zumindest wieder etwas überzeugen. Hier, so die Prüfer, können sich auch Menschen im Rollstuhl einigermaßen gut bewegen. "Wir schlagen vor, dass auf dem Parkplatz am Waldfriedhof Behindertenparkplätze ausgewiesen werden", sagen Bauer und Hart. "Schon solch einfache Maßnahmen erleichtern für Menschen mit Handicap das alltägliche Leben. So wird Teilhabe erst möglich."

Der ACE Auto Club Europa mit rund 630 000 Mitgliedern kümmert sich seit 1965 um mobile Menschen, unabhängig vom genutzten Verkehrsmittel. Kernthemen sind die klassische Unfall- und Pannenhilfe sowie Verkehrssicherheit, Elektromobilität, neue Mobilitätsformen und Verbraucherschutz.

© SZ vom 18.08.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB