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Sendling-Westpark:Attraktivitätsschub für den Partnachplatz

Die Stadt prüft Verkehrsberuhigung, mehr Radlparkplätze, Grünzonen und vielleicht auch Kultur

Der Partnachplatz soll zu einem attraktiven Zentrum und Erholungsort werden. Dafür sprachen sich im Herbst 2018 Bürgerinnen und Bürger aus und erarbeiteten verschiedene Ideen zur Umgestaltung. Dabei kristallisierten sich drei wichtige Themen heraus: die Schaffung neuer Fahrradständer, die bessere Nutzung der Grünfläche und die Verkehrsberuhigung. In einer Informationsveranstaltung am vergangen Dienstag hat der Bezirksausschussvorsitzende Günter Keller (SPD) zwei Dutzend Anwohner über den aktuellen Stand der Pläne informiert.

An normalen Werktagen zählte der Bezirksausschuss (BA) 320 bis 350 Fahrräder auf dem Platz. Abstellplätze gibt es allerdings nur für 220. Viele Fahrräder werden deshalb kreuz und quer auf dem Platz vor dem U-Bahnhof geparkt. Neue Fahrradständer sollen die Situation verbessern. Diese könnten unter anderem westlich des Partnachplatzes auf vier Parkbuchten und auf dem Gehweg neben dem Taxistand entstehen. Weitere Standorte werden noch im Zusammenhang mit dem benötigten Parkraum für Autos geprüft. Insgesamt sollen rund 170 Fahrradstellplätze neu errichtet werden. 48 Stellplätze auf dem U-Bahn-Vorplatz fallen weg und sollen durch Sitzbänke ersetzt werden.

Zur Attraktivität des Platzes soll auch eine bessere Nutzung der Grünfläche beitragen. Der "Garten" soll durch eine Öffnung an der Nordseite besser zu erreichen sein. Außerdem will der BA die Grünfläche insektenfreundlicher gestalten und Sitzbänke aufstellen. Ein Spielplatz soll hingegen nicht gebaut werden. Das oberste Ziel bei der Umgestaltung der Grünfläche und des gesamten Platzes sei, dass kein Baum gefällt werden darf, erläuterte Günter Keller.

Ein weiterer dringender Wunsch der Anwohner war es, einen verkehrsberuhigten Bereich zu schaffen. Da die Geschäfte und Gastronomien aber auch weiterhin gut erreichbar bleiben sollen, beschloss der BA in einem Antrag einen "Verkehrsberuhigten Geschäftsbereich". Dieser soll sich zwischen Zillertal- und Treffauerstraße erstrecken. In der verkehrsberuhigten Zone soll eine Geschwindigkeitsbegrenzung von zwanzig Kilometern pro Stunde gelten. Die zwei Straßen sollen von Auto- und Radfahrern gleichermaßen genutzt werden können. Der Radweg in westlicher Richtung zwischen Zillertal- und Partnachstraße soll dafür rückgebaut werden. So würde auch der Gehweg breiter werden, und die Gastronomien würden größere Außenbereiche bekommen. Um noch mehr Platz zu gewinnen, sollen die Schrägparkplätze nördlich des Platzes zu Längsparkplätzen werden. Dabei wird der Bedarf an Behindertenparkplätzen berücksichtigt und auch die Einbahnstraße bliebe erhalten.

Die Pläne der Brüder Julian und Daniel Hahn, Betreiber des Cafés Gans am Wasser, auf dem Dach des U-Bahnhofs ein Kultur- und Freizeitcafé einzurichten, erregten Aufmerksamkeit. Aktuell wird geprüft, ob die Statik des Daches dafür geeignet ist. Im Anschluss könnte die Planung des Cafés, unter Berücksichtigung der Anwohner, öffentlich ausgeschrieben werden.

Die verschiedenen Anträge wurden dem Bau- und Planungsreferat bereits vorgelegt und werden, so hieß es, aktuell geprüft. Die Ergebnisse sind allesamt noch offen. Günter Keller zeigte sich aber insbesondere in Bezug auf die Verkehrsberuhigung zuversichtlich.

© SZ vom 20.02.2020

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