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Sendling:Wenn schon, denn schon

U-Bahnhof "Poccistraße" in München, 2015

Bisher nur ein Bahnhof im Untergrund: Künftig sollen an der Poccistraße Regionalzüge und, so wird nun gefordert, auch S-Bahnen halten.

(Foto: Florian Peljak)

Lokalpolitiker dringen darauf, den neuen Regionalzughalt Poccistraße auch als S-Bahn-Stopp auszubauen

Wird der Regionalzughalt Poccistraße realisiert, dann soll die Haltestelle nach Vorstellung des Bezirksausschusses (BA) Sendling auch gleich für S-Bahnen ausgebaut werden. Das Lokalgremium unterstützt damit Initiativen der Bürgervertreter aus dem Stadtbezirk Ludwigsvorstadt/Isarvorstadt. Das Sendlinger Gremium hat sich in seiner Stellungnahme an das Planungsreferat darüber hinaus für einen barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Poccistraße für den S-Bahnverkehr ausgesprochen.

Sofern der Stadtrat zustimmt, wovon auszugehen ist, soll an der Lindwurm-Unterführung etwa über dem bisherigen U-Bahnhof Poccistraße eine neue Station für Regionalzüge auf der Fahrt zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof eingerichtet werden. S-Bahnen, die an diesen Gleisen, die dort die Lindwurmstraße überqueren, ebenfalls halten können, sollten barrierefrei zugänglich sein, fordern die Stadtteilpolitiker in der Stellungnahme. Außerdem solle eine barrierefreie Verbindung zwischen der U-Bahnstation und dem S-Bahnhalt eingerichtet werden.

In der Sitzung meldeten sich zwei Gremiumsmitglieder zu Wort, um dezidierte Forderungen zu artikulieren. CSU-Sprecher Michael Kaiser plädierte für den barrierefreien Ausbau des Regionalzughalts Poccistraße. Der U-Bahnsteig und auch die Lindwurmstraße soll nach seinen Worten von dem Regionalzughalt über einen Aufzug erreichbar sein. Der Vorsitzende des Bezirksausschusses, Markus Lutz (SPD), forderte daraufhin den sofortigen Ausbau des geplanten Regionalzughalts auch als S-Bahnstation. München befinde sich im ständigen Wachstum, begründen die Stadtteilpolitiker ihre Stellungnahme. Der Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln steige, deshalb solle die Stadt "jede Gelegenheit nutzen, vorhandene Optionen in größtmöglichem Umfang" zu erhalten. Der Bau einer zweiten S-Bahn-Stammstrecke stehe in keinem Widerspruch zu einem Südring mit einem Halt an der Poccistraße, heißt es in dem Papier.

Die ersten Planungsschritte für die Station wird zunächst der Freistaat finanzieren. Für Umbauten für die S-Bahn wird allerdings die Stadt zur Kasse gebeten. Indes zeichnet sich ab, dass mit dem neuen Regionalbahnhalt auch die Unterführung an der Lindwurmstraße nahe des Kreisverwaltungsreferats erneuert wird. Zuletzt stellte ein DB-Sprecher in Aussicht, dass die mehr als 100 Jahre alte Brücke wohl 2023 abgerissen und neu errichtet wird.

An Bahnsteigen, die für Regionalzüge gebaut sind, können zwar S-Bahnen fahren; die südliche Gleisverbindung von Ost nach West ist im Fall von Störungen auf der Stammstrecke als Ausweichroute vorgesehen. Allerdings müsste, hielte die S-Bahn an der Poccistraße, beim Aus- und Einsteigen eine beträchtliche Höhe überwunden werden. Um die S-Bahn barrierefrei nutzen zu können, müsste für diese Züge ein eigener Bahnsteig gebaut werden. Genügend Platz soll vorhanden sein, heißt es.

© SZ vom 28.11.2016

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