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Sendling:Ruf nach mehr Impfzentren

Auch für den Münchner Süden werden Stationen gefordert

Von Birgit Lotze, Sendling

Noch herrscht mangels Dosen gähnende Leere im Impfzentrum in der Messe Riem. Doch es mehren sich die Stimmen, ortsnahe Impfstellen einzurichten. Die Stadtviertel-Vertretungen in Pasing-Obermenzing und Hadern forderten jüngst, im Münchner Westen ein weiteres Impfzentrum aufzubauen. Dem hat sich auch Laim angeschlossen, Allach hat dies ebenfalls vor. Am Montag hat der Bezirksausschuss Sendling mit den Stimmen von Grünen, SPD und CSU gefordert, auch im Münchner Süden ein Impfzentrum einzurichten - und darüber hinaus mehrere kleine Impfstationen.

Antragstellerin Elisabeth Robles Salgado (Grüne), beruflich Leiterin des Alten- und Service-Zentrums (ASZ) in Thalkirchen, bezeichnete die Impfstrategie der Stadt mit einem einzigen Zentrum und noch dazu am Stadtrand als "Fehlplanung". So baue man Hürden auf, statt zum Impfen zu motivieren. Klar, diese Lösung sei für die Behörden die einfachste. An die Impfwilligen sei dabei nicht gedacht worden, sagte Robles Salgado. Es gehe keinesfalls, über Achtzigjährige, Menschen der vulnerabelsten Gruppe, auf stundenlange Wege quer durch die Stadt zu schicken, womöglich noch mit der U-Bahn. Haarsträubend sei auch der Vorschlag der Stadt, Begleiter aus Sozialstationen mitzuschicken. So liefen noch mehr Menschen Gefahr, sich mit dem Covid-Virus anzustecken.

Robles Salgado bot das ASZ für die Einrichtung einer Impfstation an, auch Behinderteneinrichtungen hätten sich zur Verfügung gestellt. Mehr Impfzentren seien wichtig, mit zusätzlichen Stationen, versorgt über die Impfzentren, könne noch kleinräumiger agiert werden. Die Münchner ASZ hätten Erfahrung mit Menschen der ersten Impfgruppe und flächendeckend bereits große Bereitschaft gezeigt, sagte sie. Auf Stadtratsebene werde das diskutiert, doch noch sei niemand auf die ASZ zugekommen. "Die Planung ist im Moment noch nicht weiter."

© SZ vom 03.02.2021
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