Sendling:Kritik am Investorenmodell

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Am kommenden Mittwoch will der Stadtrat über die Zukunft des Großmarktes in Sendling entscheiden

Von Andreas Hensler, Sendling

Der Zeitpunkt der Entscheidung rückt näher. Seit längerer Zeit diskutieren die Händler mit Stadträten und Lokalpolitikern über die Zukunft des Großmarktes. Diesen Montag kommen voraussichtlich die Fraktionsspitzen im Rathaus zusammen, um die Beschlussvorlage endgültig zu diskutieren. Am Mittwoch wird der Stadtrat dann wohl entscheiden. Es ist wahrscheinlich, dass es einen fraktionsübergreifenden Konsens gibt, die Großmarkthalle in der Stadt zu erhalten.

Aber an dem Modell der Finanzierung scheiden sich auch innerhalb der Fraktionen die Geister. Im Kern geht es um die Frage, ob ein privater Investor den Neubau des Großmarktes finanziert oder die Stadt München etwa 100 Millionen Euro investieren soll. Die Standortinitiative für den Großmarkt hat zu dem ersten Modell eine klare Meinung. "Das Investorenmodell ist für die Händler nicht tragbar." So formuliert Hans Buchhierl seinen Widerstand bei einem Lokaltermin am Freitag.

Er ist der Geschäftsführer des Umschlagzentrums im Großmarkt und einer der treibenden Kräfte der Standortinitiative, die sich für den Neubau der Großmarkthalle in Sendling stark macht. Die Händler befürchten beim Investorenmodell eine doppelt so hohe Miete pro Quadratmeter. Die Miete solle deswegen so hoch sein, weil der Investor eine Rendite einplane und für die Nutzung des Grundstückes, welches der Stadt München gehört, Pacht bezahlen müsse.

Bei einem Treffen zwischen der CSU im Münchner Süden und der Standortinitiative für den "Großmarkt Sendling jetzt" wurde nun erneut deutlich, dass es zwischen den verschiedenen Akteuren innerhalb des Großmarktes unterschiedliche Meinungen gibt.

Der Fruchthandelsverband, der andere Händler vertritt und die Idee einer Verlegung des Großmarktes vor die Tore der Stadt ins Gespräch gebracht hatte, sieht es so: "Die derzeitigen Planungen sind unpassend und undurchdacht. Besonders die Anzahl der Rampen und die verkleinerte Fläche sehen wir kritisch. Für uns ist das alles inakzeptabel", empörte sich Günther Warchola, Präsident des Verbandes, der, so die Standortinitiative, uneingeladen zu dem Termin erschienen sei.

Der Stadtrat und Bundestagskandidat Michael Kuffer (CSU) ermahnte deswegen genervt die Akteure: "Es kann nicht sein, dass es kurz vor der Entscheidung des Stadtrates solche Meinungsverschiedenheiten über die Nutzung gibt. Das ist Gift für das Projekt. Die Diskussion über die Verlagerung des Areals vor die Stadt hat uns bereits Jahre zurückgeworfen."

Für den CSU-Politiker geht es darum, voranzukommen. "Bei der CSU sind wir offen für das Investitionsmodell. Unser klares Ziel ist die Erhaltung des Großmarktes." Er geht gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Andreas Lorenz (CSU) und der Stadträtin Manuela Olhausen (CSU), die bei dem Termin mitdiskutierten, von einem modifizierten Beschluss im Stadtrat aus: "Es gibt wohl eine politische Mehrheit. Aber bei der Umsetzung steht das Projekt Spitz auf Knopf." In diesem Punkt sind zumindest die Politiker einer Meinung.

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