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Sendling:Annäherung im Klohäuschen

Ohne Übertreibung lässt sich wohl behaupten, dass es in der Stadt kaum einen anpassungstalentierteren, gegenüber An- und Verwandlungen aufgeschlosseneren Kunstort gibt als das Klohäuschen an der Großmarkthalle, Thalkirchner-/Ecke Oberländerstraße. "Aber dieses Jahr ist alles ein bisschen anders, und so tastet sich nun auch das Klohäuschen wieder ran, an die Berührung", erklärt seine Betreuerin Anja Uhlig. Partnerin für diesen Annäherungsversuch ist die Münchner Künstlerin Stephanie Movall, die am Donnerstag, 21. Mai, 15 Uhr, mit ihrer Arbeit "Schale Verschalung" im Klohäuschen beginnt. Einen Monat lang wird sie den kleinen Raum des ehemaligen Pissoirs mit seinen Urinal-Nischen sanft verändern, durch die Glasscheibe kann man bei diesem Prozess Beobachter sein. Für den 21. Juni, zwischen 14 und 15 Uhr, ist dann etwas geplant, das Movall "Live act-being" nennt. Sie arbeitet dabei mit feuchtem Ton und hat sich dazu Mitstreiterinnen eingeladen, unter anderen Stephanie Tietz aus Wien, von der sie hofft, dass sie auch anreisen kann. Das Münchner Klohäuschen-Publikum jedenfalls darf - im Abstand von 1,5 Metern in der Schlange stehend - das innere Geschehen von außen auf Bildschirmen betrachten beziehungsweise einzeln sogar kurz eintreten.

© SZ vom 16.05.2020 / czg

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