Siegerin bei der Zimmer-Lotterie

Irgendwann hat Madeleine Gerstenmeyer, 18, ihre WG-Anfragen nur noch mit Lesebestätigung verschickt, weil sie nur selten Antwort bekam und sie so zumindest die Gewissheit hatte, dass es beim Empfänger angekommen ist. Kurz hat sie sogar mit dem Gedanken gespielt, spätestens für das zweite Semester in eine andere Stadt zu wechseln. "Ich habe überlegt, ob ich irgendwo hinziehen soll, wo die Mieten billiger sind", sagt die angehende Jurastudentin, die aus Nördlingen kommt. Vor zwei Monaten erhielt sie endlich die Nachricht, dass sie bei der Erstsemester-Zimmerverlosung des Studentenwerks München einen der begehrten Plätze gewonnen habe. Nun weiß sie auch, dass sie in die Maxvorstadt in eine Zweier-WG im Studentenwohnheim ziehen wird.

Mit ihrer Mitbewohnerin, die schon seit einem Semester hier studiert, hatte sie zwar nur kurz über Facebook Kontakt, aber sie klinge sehr nett, sagt Gerstenmeyer und außerdem ist sie froh, überhaupt ein Zimmer zu haben. Das kostet warm 320 Euro - Gerstenmeyer weiß, dass sie damit großes Glück hat, denn auf dem freien Markt und selbst in privaten Wohnheimen zahlt man häufig das Zwei- bis Dreifache. Bevor sie es sich jetzt in ihrem neuen Zuhause gemütlich machen kann, will Gerstenmeyer aber erst noch die Wände streichen.

Bild: Robert Haas 18. Oktober 2016, 14:462016-10-18 14:46:02 © SZ vom 17.10.2016/vewo