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Seit 2002 in München:"Vielfalt ist eine Chance für Kinder"

Jahresempfang für Migranten im Alten Rathaus. Geladen hat der Oberbürgermeister und der Ausländerbeirat München.

Patrizia Mazzadi gründete auch einen deutsch-italienischen Bildungsverein.

(Foto: Florian Peljak)

Patrizia Mazzadi hat die Stadt die erste deutsch-italienische Schule zu verdanken

Als die Italienerin Patrizia Mazzadi vor 35 Jahren zum ersten Mal nach Deutschland kam, da sprach sie kein Wort Deutsch. Heute ist die 56-Jährige Schulleiterin der ersten deutsch-italienischen Schule in Bayern. Mazzadi ist nach ihrem ersten Aufenthalt in Deutschland wieder zurück nach Italien gegangen. Sie hat dort Germanistik und Romanistik studiert, dann promoviert und als Lehrerin gearbeitet. 2002 wurde sie schließlich als Lehrerin an die Europäische Schule in München versetzt und lebt seitdem in der bayerischen Landeshauptstadt.

Doch je länger Mazzadi in Deutschland arbeitete, desto mehr wuchs auch ihr Wunsch, nicht nur den Schülern der Europäischen Schule, sondern auch für andere Kinder Unterricht in italienischer Sprachen anzubieten. So entstand 2010 zunächst der Verein Bidibi (Bilingualer Deutsch-Italienischer Bildungsverein), mit dem Ziel, kulturelle Events und Bildungsinitiativen für deutsche und italienische Mitbürger zu organisieren. Mit dem Verein als Träger wurde dann auch die erste deutsch-italienische Grundschule "Leonardo da Vinci" an der Baierbrunnerstraße eröffnet. 75 Schüler werden dort bisher unterrichtet, jedes Jahr kommen laut Mazzadi etwa 30 weitere hinzu. "Wir verstehen Mehrsprachigkeit und Vielfalt als Chance für die Kinder und Jugendlichen, um ihre Zukunft in beiden Kultur- und Sprachkreisen erfolgreich gestalten zu können", sagt Mazzadi. Und die Schulleiterin und ihre Mitstreiter haben noch ambitioniertere Pläne.

Im Herbst dieses Jahres wollen sie auch das erste deutsch-italienische Gymnasium in München eröffnen. Willkommen sind nicht nur Schüler aus bilingualen Familien, sondern auch Kinder, die zu Hause nur Deutsch oder Italienisch sprechen. "Das ist eine Bereicherung für die Stadt München", sagt Mazzadi.

© SZ vom 24.02.2016
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