bedeckt München 24°

Sehnsucht nach Freiheit:Die Vermittlerin

Hebatallah Fathy wundert sich manchmal, wie wenig ihre deutschen Studenten wissen, etwa über das Verschwinden der DDR.

(Foto: Stephan Rumpf)

Hebatallah Fathy aus Kairo lehrt in München vergleichende Literatur. Sie baut Brücken zur arabischen Kultur und sagt: Das geht am besten mit Büchern

Kennen Sie Martin Jankowski?" Hebatallah Fathy lehnt sich zurück und beginnt zu erzählen von diesem Roman über die deutsche Wendezeit, der sie beeindruckt hat, und den sie gerade mit ihren Studenten liest: "Rabet oder das Verschwinden einer Himmelsrichtung". Darin beschreibt der Leipziger Autor die Wochen des Umsturzes, die Montagsdemos, den wachsenden Mut der Ostdeutschen, sich gegen die SED-Diktatur zu erheben. "Das sind Erfahrungen, die die jungen Leute in Kairo ganz ähnlich gemacht haben", sagt die 43 Jahre alte Germanistin. Sie hat es selbst erlebt, war bei den Demonstrationen auf dem Tahrir-Platz dabei. Sechs Jahre ist das jetzt her. Seit Oktober hat die Ägypterin eine Gastprofessur am Institut für Deutsch als Fremdsprache an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und unterrichtet Studenten in interkultureller Literatur. Und sie entdeckt sehr viele Parallelen in den Büchern aus vermeintlich so fremden Welten.

SZPlus
SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Teaser image
Nachhaltigkeit
Mode fürs gute Gewissen
Teaser image
Schule und Erziehung
Ich war Waldorfschülerin
Teaser image
Verdachtsfälle in Kita
Hinter dem Häuschen
Teaser image
Online-Dating
Wie ein Vampir
Teaser image
Europa und China
Schaut auf dieses Land