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Schwere Reiter:Konzertreihe im Stream

Vier Experimentalkonzerte als Streams aus dem Schwere Reiter

"Ich streame, also bin ich", mit diesem scherzhaften Motto lässt Christiane Böhnke-Geisse gerade ihren Newsletter enden. Die Programm-Chefin des Schwere Reiter hält sich daran: Vier Livestream-Konzerte an den vier letzten Januartagen belegen, dass auch der "Spielraum für aktuelle Musik" trotz Lockdown am Leben ist. Den Anfang macht am Donnerstag, 28. Januar, der Gitarrist und Elektroniker Gunnar Geisse mit der Präsentation seiner neuen CD "Tryptich". Der Experimentalmusiker verfolgt in der Form eines Klavierkonzerts die Geschichte des Klavierkonzerts, dies aber ganz ohne Klavier, sondern mit "digital prästrukturierten Improvisationen für elektrische Gitarre und interaktives Computer-Setup".

Weiter geht es am Freitag mit dem DUO2KW des Bratschisten Klaus-Peter Werani und des Akkordeonisten Kai Wangler. Sie setzen mit "extension! #5" ihre Konzertreihe mit innovativer Neuer Musik fort und spielen Werke von der japanischen Komponistin Misato Mochizuki und des Kölners Roman Pfeifer sowie als Uraufführung jeweils eines von den international renommierten Komponisten Nicolaus Richter de Vroe und Johannes Kalitzke. "Organon", griechisch für Werkzeug, und das aristotelische Instrument des Verstehens, wird tags darauf zur Genre-übergreifenden akustischen Vergnügungsreise, durch die der Bläser (Bansuri, Glissotar, Bassklarinette) und aktuelle Villa Waldberta-Stipendiat Etienne Rolin, die Tänzerin Amie Georgsson Jammeh und der Dichter und Performer Carlton Bunce führen. "Kommen wir zusammen?" fragen schließlich am 31. hochaktuell die Choreografin Ruth Golic und der Bassist Stephan Lanius als musikalischer Leiter. Und bringen dabei ein Dutzend Profimusiker mit acht bis zehn Laien-Performern zusammen, um ihre eigenen Geschichten aus Terry Rileys "In C" abzuleiten und zu entwickeln, dem ersten Werk der Minimal Music.

Alle Konzerte beginnen um 20 Uhr und sind auf dem Youtube-Kanal des Schwere Reiter zu sehen, die Links findet man unter www.schwerereiter.de.

© SZ vom 26.01.2021 / oho/van
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