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Schwanthalerhöhe:Missachtete Radler

Verwaltung soll endlich Lösungen für die Hackerbrücke liefern

Von Andrea Schlaier, Schwanthalerhöhe

Die Zahl der Radfahrer, die über die Hackerbrücke strampeln, steigt kontinuierlich. 2012 waren es noch täglich 2100 Radler, gezählt zwischen 6 und 10 Uhr sowie zwischen 15 und 19 Uhr. Bei einer neuerlichen Zählung, die die Stadtplaner 2016 anberaumt hatten, waren es im gleichen Tageszeitraum bereits 3800. Mit etwa 10 000 Fahrzeugen pro 24 Stunden ist dagegen die Zahl der hier entlang fahrenden Autos ungefähr konstant geblieben. "Es muss eine Lösung gefunden werden, weil es immer schlimmer wird und furchtbar ist, hier zu radeln". Sarah Seeßlen (Grüne) spricht mit ihrer Unmutsäußerung für die Stimmungslage im Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe. Hier hat man in der Vergangenheit mit unterschiedlichsten Forderungen versucht, eine Raum-Erweiterung auf der Verbindungsstrecke zwischen Landsberger und Arnulfstraße für Radler anzuschieben. Bisher scheiterten die Vorstöße stets am Veto der Verwaltung. An die spielen die Stadtteilpolitiker den Ball jetzt zurück und fragen nach konstruktiven Lösungen.

"Bisher ist auf der Hackerbrücke nichts Zufriedenstellendes passiert", konstatierte die Vorsitzende des Unterausschusses Verkehr, Anja Kaiser (Grüne). Deshalb sei die Verwaltung nun dran, sich zu überlegen, "wie man die Situation für die Radler besser machen kann". Sie reagierte damit auf ein Schreiben aus dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) ans Gremium. Dieses bat um Verständnis, dass die Hackerbrücke trotz des gestiegenen Radverkehrsaufkommens nicht, wie beantragt, als Fahrradstraße ausgewiesen werden könne. Rechtlich sei dies nur möglich, wenn in dem Abschnitt nicht mehr als 400 Pkw pro Stunde unterwegs seien. Dies werde mit zirka 770 beziehungsweise 800 Kraftfahrzeugen pro Stunde sowohl in den Morgen- als auch in den Abendstunden überschritten.

SPD-Fraktionssprecher Willi Mundigl erinnerte daran, dass eine volle Sperrung für Velo-Fahrer von der Stadt in der Vergangenheit außerdem mit dem Argument abgelehnt worden ist, dass der motorisierte Verkehr dann auf die bereits überlastete Donnersbergerbrücke beziehungsweise in die Paul-Heyse-Unterführung verdrängt würde. Damals wie heute wurde von der Verwaltung auch der Vorschlag abgewiesen, parallel zu den Kfz-Bahnen eigene Radspuren einzurichten. Die bestehenden Spuren mit ihren jeweils 3,30 Meter Breite seien dafür zu schmal. BA-Chefin Sibylle Stöhr (Grüne) machte schließlich den Sack zu: "Es wird immer nur abgelehnt, gibt aber keine Vorschläge, wie man's lösen soll. Die Verwaltung soll sich jetzt was überlegen."

© SZ vom 19.05.2017
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