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Schwanthalerhöhe:Fester Ansprechpartner

Künftig kümmert sich das Planungsreferat federführend um alle Beschwerden über das "Döner-Haus"

Das Entgegenkommen von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sehen sie auf der Schwanthalerhöhe mit Erleichterung. In einem Schreiben an den Bezirksausschuss erklärt Reiter, dass er dem Wunsch des Gremiums "gerne nachgekommen" sei, die Causa "Döner-macht-schöner-Haus" an der Schwanthalerstraße 119 federführend an das Referat für Stadtplanung und Bauordnung zu übergeben.

Das seit Jahren leer stehende und inzwischen vollkommen heruntergekommene Gebäude beschäftigte in der Vergangenheit unterschiedliche Referate, je nachdem, was gerade in dem Zusammenhang beklagt wurde: Die nicht umgesetzte Baugenehmigung, erteilt für die Errichtung eines Hotels mit Gastronomie, Zwangsgeld für die Sicherung des Gehwegs vor dem bröckelnden Haus, Zwangsversteigerung, weil die dafür angefallenen Rechnungen nicht oder erst in letzter Minute beglichen wurden. Oder der regelmäßig von Nachbarn gemeldete Ratten- beziehungsweise Taubenbefall in der maroden Bude. Auf diese Nachricht reagierte das Referat für Gesundheit und Umwelt zuletzt wie auch in den Jahren zuvor: Es habe keine "infektionsschutzrechtliche Grundlage", auf Privatgrund Eigentümern Maßnahmen gegen Stadttauben aufzuerlegen oder selbst zu veranlassen. Im Fall von Wanderratten ginge das nur, wenn sich ein Befall tatsächlich feststellen ließe - was aber nicht der Fall sei.

Im Bezirksausschuss zieht man aus den jüngsten Erkenntnissen mehrere Schlüsse. "Erfreulich ist", sagt Thomas Hofstätter (CSU), dass der OB das Ganze jetzt zur Chefsache erklärt hat, alles in einer Hand läuft und man weiß, wo man sich hinwenden muss." Klagende Nachbarn, die jüngst wieder Rattenbefall und neuerdings auch menschliche Übernachtungsgäste im Haus ans Gremium meldeten, sollten künftig aktiver werden: "Die Beobachtungen auch schriftlich ans Referat für Gesundheit und Umwelt richten, damit das mal ordentlich dokumentiert ist", empfiehlt Wilhelm Mundigl (SPD). Fraktionskollegin Ulrike Boesser ergänzt: "Man muss die Eigentümer auch darauf hinweisen, dass sie in solchen Angelegenheiten zivilrechtliche Ansprüche geltend machen können."