Unternehmen "Für uns ist das existenzgefährdend"

Die Köpfe hinter dem Isar Kollektiv: Daniela Mülhaupt und Heidi Nickel.

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Weil das Einkaufszentrum an der Schwanthalerhöhe später öffnen soll als geplant, entgehen kleineren Läden wie dem Isar Kollektiv wichtige Umsätze.

Von Sonja Niesmann

Große Ketten mit mehreren Filialen können die Zeit bis zur Eröffnung des Forums Schwanthalerhöhe wohl einigermaßen überbrücken. Für kleinere Unternehmen oder Start-ups gestaltet sich das schwieriger, etwa für das Isar Kollektiv, mit einer Ladenfläche von 50 Quadratmetern der Mieter-Zwerg an der Theresienhöhe. Der Vorgängerladen in der Hofstatt ist seit dem 26. Januar zugesperrt, und solange der neue Shop nicht aufmacht, gibt es für die beiden Geschäftsführerinnen Daniela Mülhaupt und Heidi Nickel auch kein Gehalt. "Für uns ist das existenzgefährdend", sagt Mülhaupt, "wir waren plötzlich arbeitslos und mussten uns binnen kürzester Zeit einen - hungerlohnmäßig bezahlten - Nebenjob suchen."

Das Isar Kollektiv, vormals Kaufhauskollektiv München, ist eine Plattform für regionales Design und Kunsthandwerk. In ihm haben sich junge Kreative zusammengeschlossen, die ihre Waren sonst nur online oder auf Märkten anbieten können, weil das unternehmerische Risiko, einen eigenen Laden zu eröffnen, zu groß wäre. Sie offerieren in einem gemeinsamen Ausstellungs- und Verkaufsraum einen Mix aus Schmuck, Mode, Accessoires, Leuchten, Fotografien, Kindermode und Dekoartikeln, zunächst in der Nähe des Gärtnerplatzes, dann am Stachus und zuletzt vier Jahre lang in der Hofstatt an der Sendlinger Straße. "Zum Glück ist uns bisher nicht einer der gut 35 Designer abgesprungen", trotz der geplatzten Eröffnung, berichtet Mülhaupt. Leider aber gehe den Mitgliedern des Kollektivs das Ostergeschäft flöten, nach dem umsatzstarken Weihnachtsgeschäft "das zweitwichtigste, weil wir ja sehr dekomäßig unterwegs sind".

Dass dem Investor, der Hanseatischen Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB), daran liegt, dass die Handvoll kleineren Mieter des neuen Einkaufszentrums nicht auf der Strecke bleiben, nimmt Daniela Mülhaupt dem HBB-Geschäftsführer Harald Ortner ab. "Die haben uns auf dem Schirm, und ich hab' schon stark das Gefühl, dass sie uns in irgendeiner Form beistehen wollen", betont sie, "aber wie genau, wissen wir noch nicht." Was aber passiert, wenn auch der 6. Juni als Eröffnungstermin nicht zu halten wäre? Im Westend macht ja schon der böse Spruch von einem "zweiten Berliner Flughafen" die Runde. "Davon geh' ich, optimistisch wie ich bin, einfach nicht aus", sagt Mülhaupt.