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Schwanthalerhöhe:Das Bräuhaus weicht einem Bürobau

So soll das neue Gebäude aussehen.

(Foto: Allmann Sattler Wappner Architekten)

Der Betonkomplex an der Theresienhöhe, in dem Hacker-Pschorr ein Wirtshaus betrieb, soll abgerissen werden. Der Entwurf für das neue Gebäude mit begrünter Dachterrasse findet in der Stadtgestaltungskommission Zuspruch

Bald ist Schluss mit Party: Der Komplex an der Theresienhöhe, in dem einst das Hacker-Bräuhaus untergebracht war und heute das "Bussi Bussi Bavaria" Feiern und Flohmärkte veranstaltet, soll kommenden Oktober abgerissen werden. An Stelle des 1974 fertiggestellten Betonbaus will die Bayerische Hausbau ein Bürogebäude errichten. Der Entwurf des Architekturbüros Allmann Sattler Wappner sieht ein modernes Konzept vor, das gleichzeitig "dem Geist des Gesamtareals" entspreche.

Dieser "Geist" freilich steht für eine abweisende und überdimensionierte Betonarchitektur und ist für das Stadtbild problematisch, wie bei der jüngsten Sitzung der Stadtgestaltungskommission deutlich wurde. Dennoch soll der gesamte Komplex zwischen Gollier- und Schwanthalerstraße wiederbelebt werden.

Für das neue "Forum Schwanthalerhöhe" haben die Bayerische Hausbau und die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB), der der Großteil des Einzelhandelsgrunds inklusive der ehemaligen XXXLutz-Flächen gehört, ein Gesamtkonzept erarbeitet. Die Bayerische Hausbau baut den Bereich des von Ernst Maria Lang entworfenen Komplexes an der Schwanthaler-/Ecke Schießstättstraße zum Nahversorgungszentrum um. Auf der angekoppelten Hauptfläche nebenan errichtet die HBB ein modernes Einkaufszentrum. Doch in dem Betonbau mit dem ehemaligen Bräuhaus an der Theresienhöhe sowie einem italienischen Lokal an der Gollierstraße gelinge eine Revitalisierung nicht mehr, so Wappner.

Neues Leben soll hier die Nutzung mit Büros, Fitnessstudio und Gastronomie bringen. Wenn alle Genehmigungshürden genommen sind - derzeit liegt noch kein Vorbescheid vor -, könnte der Bau bereits im Mai 2019 beginnen. Die Stadtgestaltungskommission zumindest zeigte sich weitgehend aufgeschlossen für den Entwurf. Optisch will der Neubau Elemente der Architektur aus den Siebzigerjahren aufgreifen und diese, wie es im Exposé heißt, zeitgenössisch interpretieren. Im Architektursprech ist die Rede von einem "stadträumlichen Dialog mit dem baulichen Umfeld".

Tatsächlich wirkt das ganze offener und heller als das bisherige Gebäude, der Neubau wird etwas luftiger ausfallen. Was man von der Theresienhöhe aus nicht sieht, ist eine terrassenförmig gestaltete und begrünte Dachlandschaft, die von den Büromenschen künftig auch als Erholungsfläche und Außenarbeitsplatz genutzt werden soll. Grüne Terrassen, so Wappner, sähen zudem für die Bewohner der dahinter liegenden Hochhäuser deutlich angenehmer aus als das heutige graue Flachdach.

Mehr Leben kann der Theresienhöhe nicht schaden: Das im Frühjahr 2017 geschlossene Wirtshaus von Hacker-Pschorr galt seinerzeit als zeitgemäßes Vorzeigelokal. Doch mit den Jahren, und vor allem seit der Schließung des Möbelhauses nebenan, fand die geräumige Gastronomie immer weniger Kunden und wirkte vier Jahrzehnte nach der Eröffnung oft sehr leblos. Biergartenatmosphäre konnten da auch die Bäume vor dem Haus nicht aufkommen lassen, die - ebenso Zeitgeist - allesamt in Betontröge eingepfercht sind. Letzterer Umstand führte dazu, dass die Kastanien heute allesamt in schlechtem Zustand seien und nicht erhalten werden könnten, sagt die Architektin Veronika Stetter, die das Neubauprojekt leitet. Man werde den heutigen Baumbestand durch neue große Bäume ersetzen. Ob das wieder Kastanien sein werden, sei ungewiss. Die typischen Biergartenbäume sind anfällig für Schädlinge und werden in München nicht mehr so gerne gepflanzt.