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Schwanthalerhöhe:Abkürzung durchs Patentamt

Grüne wollen Kurt-Haertel-Passage auch für Radler freigeben

Von Andrea Schlaier, Schwanthalerhöhe

Wer sich zu Wiesn-Zeiten von der Hackerbrücke der Theresienwiese nähert, kennt die Traverse durch die Gebäude des Europäischen Patentamtes. Die Kurt-Haertel-Passage mündet im gläsernen Steg, der einen Bogen über die Landsberger Straße schlägt und am Eingang Westendstraße ausläuft. Bislang ist diese Furt für Fußgänger reserviert. Die Grünen im Bezirksausschuss Schwanthalerhöhe würden sie auch für den Radverkehr freimachen wollen; ein entsprechender Antrag ging in der Sitzung des Gremiums mehrheitlich durch.

Die Passage, so argumentierte Michael Czisch für die Antragsteller, wäre für Radler, die von der Hackerbrücke kommen und ins Wohngebiet Schwanthalerhöhe unterwegs sind, eine attraktive und sichere Querungsmöglichkeit und eine Erleichterung gerade abends, wenn viel Verkehr herrsche. Bei einer Freigabe könnte dann auch die Treppe zur Westendstraße hin so ausgebaut werden, dass sie auch für Radfahrer zu nutzen ist. Während des Oktoberfestes, wenn sich hier ein dichter Menschenstrom gen Wiesn bewegt, könnte der Durchgang für Biker temporär aufgehoben werden. Heftiges Kopfschütteln bei SPD-Fraktionssprecher Willy Mundigl: "Das ist bei uns im Viertel die einzige Fußgängerzone, ich würde bitten, dass das so bleibt. Das hat keinen Sinn, wenn da Räder kreuzen."

Rudolf Stadler von der Polizeiinspektion Beethovenwache, in der Sitzung anwesend und nach seiner Einschätzung gefragt, überlegte laut: "Wenn man's freigibt, hat man ganz andere Anforderungen an die Verkehrssicherheit, weil das Privatgrund des Europäischen Patentamts ist." Die Behörde sei dann eben auch für die Verkehrssicherheit verantwortlich; sie müsse etwa auch den Brunnen, der sich in der Mitte der Passage entlang zieht, sichern. "Aber", so Stadler, "beantragen kann man's natürlich." Mehrheitlich sprach sich der Bezirksausschuss dafür aus, dass sich die Landeshauptstadt nun stellvertretend fürs Stadtviertelgremium ans Patentamt wendet.

© SZ vom 13.04.2021
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