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Schwabing:Sicherheit versus Parkraum

Behörde prüft Nordendstraße auf Radentscheid-Vorgaben

Von Ellen Draxel, Schwabing

Die Sicherheit für Radler am Kurfürstenplatz und in der Nordendstraße kommt auf den Prüfstand. Das Planungsreferat will diesen Bereich unter Maßgabe der Vorgaben des Radentscheids genauer untersuchen - nachdem der Bezirksausschuss (BA) Schwabing-West bereits Ende vergangenen Jahres ein erhebliches Gefahrenpotenzial für Fahrradfahrer an dieser Ecke ausgemacht hatte.

Insbesondere, wenn Lieferwagen in zweiter Reihe parken, wird es aus Sicht der Lokalpolitiker riskant, weil Fahrradfahrer dann ausscheren müssen. Aber auch die schmale Spur zwischen den parkenden Autos und den Trambahnschienen empfinden Westschwabings Bürgervertreter als unsicher: "Entweder läuft man Gefahr, von einer sich öffnenden Autotür getroffen zu werden oder in die Gleise zu geraten - oder man fährt mitten auf der Straße und fühlt sich von den hinterherfahrenden Autos und der Tram gehetzt", heißt es in einem Antrag, der von den Grünen initiiert worden ist.

Eine Lösung könnte darin liegen, vor stark frequentierten Geschäften eine Lieferzone einzurichten, um das Parken in der zweiten Reihe zu minimieren. Auf Höhe des Kurfürstenplatzes 1 und 1a will das Kreisverwaltungsreferat (KVR) dies in die Wege leiten. Denkbar wäre aber auch die Umgestaltung der Nordendstraße. Die Verkehrsbehörde gibt allerdings zu bedenken, dass dann "zumindest nördlich der Barer Straße bauliche Radwege nach den Vorgaben des Radentscheids vorzusehen wären". Mit Folgen für den Parkraum: "Dadurch würden nahezu sämtliche öffentlichen Stellplätze zur Disposition stehen und die Situation für Anlieferungen erschwert werden." Außerdem müssten die Taxi-Standorte weichen.

In Planung sind laut dem KVR derzeit beim Projekt Tram-Nordtangente im Bereich des Elisabethplatzes neben neuen Haltestellen an der Nordendstraße auch bauliche Radwege und verbesserte Führungen des Radverkehrs im Knotenbereich. Die Polizei jedenfalls würde eine Veränderung der bestehenden Situation nicht befürworten, da sich dadurch die ohnehin beengten Platzverhältnisse noch verschärfen würden. Zumal in der Nordendstraße und am Kurfürstenplatz in den vergangenen drei Jahren lediglich drei Unfälle unter Beteiligung von Fahrradfahrern registriert wurden.

Verbessern soll sich unabhängig davon aber die Querungsmöglichkeit für Fußgänger von der Ecke Nordendstraße zur Insel am Kurfürstenplatz. Das Kreisverwaltungsreferat hat bereits eine "Gehwegverbreiterung mit beiderseits abgesenkten Bordsteinkanten" für eine bessere Sicht und einen kürzeren Weg befürwortet - eigentlich fehlt also nur noch die Umsetzung durch das Baureferat.

© SZ vom 14.09.2020

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