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Schwabing:Schneller zur Impfung

Lokalpolitiker fordern von Stadt und Freistaat Verbesserungen bei der Registrierung

Von Nicole Graner, Schwabing

Wer bei der Impf-Hotline der Landeshauptstadt München anruft und persönlichen Kontakt haben will, muss mittels Tastatur am Telefon erst einige Fragen beantworten. Wer in München wohnt, drückt die Taste eins, wer 70 Jahre und älter ist, drückt ebenfalls die Eins. Vor kurzem waren es noch die über 80-Jährigen, die aufgefordert wurden, die Eins zu drücken. Abgefragt wird vor einem persönlichen Gespräch auch, ob man schon an Corona erkrankt war oder nicht oder ob man in den vergangenen zwei Wochen eine Impfung erhalten hat. Dann wird man durchgestellt und hat einen freundlichen Ansprechpartner in der Leitung. Wer aber jünger ist als 70 Jahre und zu keiner Risikogruppe gehört, wird bei der Hotline derzeit nicht weiterverbunden.

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Das Online-System überfordert manche Bürger, die sich für ihre Corona-Impfung registrieren lassen wollen.

(Foto: Christophe Gateau/dpa)

Viele ältere Menschen tun sich mit dem System nicht leicht, haben Probleme bei der Bedienung, und es gibt auch Menschen, die nicht den Prioritätsgruppen eins oder zwei angehören und trotzdem Fragen haben. Das monierte der Bezirksausschuss (BA) Schwabing-Freimann in der jüngsten Sitzung und forderte in einem interfrakionellen Antrag Möglichkeiten, sich bei der städtischen Hotline leichter fürs Impfen anzumelden. Zum Beispiel für Menschen mit Behinderung. In dem Antrag heißt es, dass es "gesundheitlich begründete Risikogruppen" gebe, die jetzt bereits geimpft würden. Auch diese Personengruppen sollten die Möglichkeit erhalten, sich telefonisch anzumelden - ohne dass sie bei der Hotline wegen ihres Alters "lügen müssen".

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An der Impf-Politik kritisiert wird auch, dass manche Vorgaben zu starr seien.

(Foto: Fabian Strauch/dpa)

Außerdem fordert der BA vom Freistaat Bayern, eine Möglichkeit zu schaffen, dass eine online getätigte Impfanmeldung auf der Webseite Impfzentren Bayern auf telefonischem Weg geändert werden kann. Derzeit muss man dafür aus Datenschutzgründen zunächst auf der Webseite die ursprüngliche Online-Anmeldung stornieren. Die Stadtviertelvertreter wollen, dass diese Voraussetzung entfällt. Ganz generell müsse es leichter werden, sich registrieren zu lassen.

© SZ vom 08.04.2021
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