Schwabing Parkplatznot am Krankenhaus

Per pedes kann man das Klinikum Schwabing meist noch ganz gut erreichen. In Zeiten, in denen man nicht so gut zu Fuß ist, wird es schwierig.

(Foto: Robert Haas)

Westlich des Schwabinger Klinikums ist keine Wapperlzone: Pendler nutzen dies, um vom Auto auf die U-Bahn umzusteigen

Von Ellen Draxel, Schwabing

In den Straßen westlich des Schwabinger Krankenhauses abends einen Parkplatz zu ergattern, erfordert Geduld. Nicht selten dauert es zwanzig bis dreißig Minuten, bis Anlieger eine freie Fläche zum Abstellen ihres Autos finden. Der Grund: Der Bereich westlich des Klinikums ist keine Wapperlzone - als einziges Gebiet in diesem Teil des Nordens innerhalb des Mittleren Rings. Die Folge sind Verdrängungseffekte: Pendler etwa nutzen die kostenlose Parkmöglichkeit, um von dort aus in die U-Bahn umzusteigen. Weil die Häuser in der Gegend aber zumeist entweder über oberirdische Abstellflächen oder Tiefgaragen verfügen, sind laut Planungsreferat für die gemeldeten Fahrzeuge ausreichend Stellplätze auf Privatgrund vorhanden. Die Voraussetzung zur Ausweisung eines Parkraummanagement-Gebiets ist damit nicht erfüllt.

Lange nach einem freien Parkplatz suchen müssen aber auch Bewohner des Olympischen Dorfes oder Nachbarn des Olympia-Einkaufszentrums. Eine Lösung für sie wie für die Anlieger des Schwabinger Klinikums könnte eine Bewirtschaftung ohne Bevorzugung der Bewohner sein, wie sie derzeit in der Parkstadt Schwabing und im Domagkpark getestet wird: Die beiden Neubaugebiete sind Modellquartiere zur Förderung einer stadtverträglichen Mobilität, mit Car-Sharing-Angeboten, Elektroautos, Fahrräder und Pedelecs, Lastenräder und Elektroroller.

Per Smartphone-App können beim Modellprojekt Eccentric freie Stellplätze in der Tiefgarage reserviert und genutzt werden. Eine Mitfahrer-App vermittelt spontane kurze Fahrten zum Job, ins Möbelhaus oder zum Sport. Die Parkraumbewirtschaftung ohne Bewohnerbevorrechtigung gilt dort als flankierende Maßnahme - und sollte sie erfolgreich sein, wird im Planungsreferat eine Umsetzung auch für die öffentlichen Straßen des Olympischen Dorfes, für den Bereich des Klinikums Schwabing und für die Gegend um das Olympia-Einkaufszentrum "als sinnvoll angesehen".