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Schwabing:Parken verboten

St.-Blasien-Straße: Die Müllabfuhr kommt nicht um die Kurve

Von Ellen Draxel, Schwabing

Die Anwohner der St.-Blasien-Straße südlich des Petuelrings sind Kummer gewohnt. Immer wenn im benachbarten Olympiapark Events stattfinden oder einfach so am Wochenende, mutiert die Anliegerstraße zur Parksuchzone. Ortsfremde stellten ihre Fahrzeuge dann "kreuz und quer sogar auf unseren Rasenflächen" ab, berichtet eine Anliegerin Westschwabings Lokalpolitikern. Die Anwohner selbst hätten an diesen Tagen - und die seien "häufig" - das Nachsehen. Trotz Parklizenz fänden sie keinen Stellplatz.

Dass ihnen nun aber auch noch zehn Parkplätze mit Halteverbotsschildern genommen worden sind, empfinden die Nachbarn als Zumutung. Angeordnet wurden sechs Halteverbote am Ost-Ast der St-Blasien-Straße und vier tageszeitlich begrenzte am Westende der Sackgasse beim Wendehammer. Die Begründung des Kreisverwaltungsreferats (KVR): Am Ost-Ast sei es im Kurvenbereich derart eng, dass die Müllentsorgung "schon häufiger nicht möglich" gewesen sei. Das Halteverbot diene dazu, die Mindestdurchfahrbreite sicherzustellen - für das Müllfahrzeug, aber auch für Feuerwehr und Rettungsdienst. Und was den Wendehammer anbelange: Dort könne die Müllabfuhr wegen der parkenden Pkw nicht mehr wenden.

Die Anwohner können diese Argumente der Verkehrsbehörde zwar teilweise nachvollziehen. Doch aus ihrer Sicht muss es andere Lösungen geben. "Diese stetige Reduzierung von Parkraum in einer kleinen Anwohnerstraße mit sehr vielen Mietern ist weder akzeptabel noch hinnehmbar", betonen die Anlieger in einem Schreiben an den Bezirksausschuss. Die Mehrheit dort jedoch steht hinter der Anordnung des KVR. Nur CSU und FDP hätten die Alternativlösungen der Anwohner zumindest gerne prüfen lassen.

© SZ vom 19.11.2020

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