Schwabing Nachverdichten im Innenhof

Bauträger hat Pläne für Grünfläche im Hohenzollernkarree

Die Mieter des Hohenzollernkarrees sind verunsichert. Die Max-Emanuel-Immobilien GmbH, die das Schwabinger Anwesen mit seinen 231 Mietparteien zwischen Herzog-, Erich-Kästner-, Clemens- und Fallmerayerstraße Anfang 2016 vom Immobilienkonzern Patrizia erworben und danach das Vorkaufsrecht der Stadt mittels Abwendungserklärung ausgehebelt hat, ließ den Bewohnern Ende November ein Schreiben zukommen. Darin erklärt das Unternehmen, eine "Bauanfrage für eine Neubebauung des Innenhofs bei der zuständigen Baubehörde eingereicht" zu haben, die "im Bauamt als genehmigungsfähig erachtet" worden sei. Demnach werde "ein viergeschossiger Baukörper für eine Nachverdichtung des Innenhofs mit 3200 Quadratmeter in Betracht gezogen". Wann genau mit den Baumaßnahmen begonnen werde, stehe aber noch nicht fest.

Beim Westschwabinger Bezirksausschuss reagiert man entrüstet ob dieser "Lüge". "Diese Aussagen", betont der Vorsitzende des Unterausschusses Planen und Wohnen, Oskar Haider (CSU), "sind eindeutig falsch". Dem Stadtteilgremium liegen derzeit keinerlei Unterlagen zu einer Bau-Voranfrage vor - ebenso wenig wie der Lokalbaukommission (LBK). Zwar gab es vor einem Jahr einmal einen Antrag auf Vorbescheid. Dieser wurde von den Lokalpolitikern aber einstimmig abgelehnt. Aus ökologischen Gründen, weil die Innenhof-Bebauung eine für Schwabing wichtige Grünschneise zupflastern würde und den Verlust von 15 Bäumen zur Folge hätte. Und wegen mangelnder Stellplätze.

Auch die LBK stellte der Immobilienfirma mit Schreiben vom 19. Mai 2017 einen negativen Bescheid aus. "Man teilte damals dem Antragsteller mit, dass die Bebauung in der geplanten Höhe so nicht möglich sei", erläutert der Sprecher des Planungsreferats, Thorsten Vogel. Denn der vorgesehene Neubau hätte die Nachbargebäude überragt. Die LBK habe jedoch seinerzeit den Hinweis angefügt, relativiert Vogel, "dass eine niedrigere Bebauung prinzipiell durchaus möglich sein könnte". Bis jetzt hat die Max-Emanuel-Immobilien GmbH der Genehmigungsbehörde aber keine neuen Pläne vorgelegt.