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Schwabing:Lokaler Katastrophenfall

Angst vor dem nächsten Starkregen: Eine Anwohnerin der Genterstraße watet durch den Keller.

(Foto: Catherina Hess)

Politik signalisiert Hilfe für die Opfer überschwemmter Keller

Viele kleine Ursachen, ein Neubauprojekt, verstopfte Düker? Nach wie vor suchen Anwohner, Experten und Politiker nach der Ursache für die überschwemmten Keller an der Genter Straße in Schwabing. Und während man in der Siedlung am Biederstein vermutlich mit Bangen dem erneut prognostizierten Starkregen entgegensieht, signalisieren Politiker mehrerer Fraktionen im Rathaus am Marienplatz Hilfsbereitschaft. Den Anfang machte die CSU, deren Stadträte Alexander Reissl und Thomas Schmid in aller Eile am Freitag vergangener Woche ein Gutachten beantragten und mit Hilfe eines Fragenkatalogs an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) Dynamik in die Ursachenforschung brachten.

Am Dienstag zogen Die Grünen/Rosa Liste, die Fraktion SPD/Volt sowie FDP und Bayernpartei in einem abgestimmten Dringlichkeitsantrag nach. Sie sehen angesichts von circa 40 betroffenen Häusern einen "lokalen Katastrophenfall" gegeben und wollen Feuerwehr sowie Technisches Hilfswerk den gestiegenen Grundwasserspiegel kurzfristig senken lassen. Bis zur Klärung der Überschwemmungsursachen sollen die Kosten dafür fifty-fifty zwischen Stadt und den Eigentümern geteilt werden, bislang bürdet das die städtische Entwässerungsabgabensatzung allein den Betroffenen auf. Ist dann irgendwann die Ursache ermittelt, stellt sich die Antragsgemeinschaft im Rathaus rückwirkend "eine faire Kostenteilung nach Verursacherprinzip" vor. So lange will man auch keine Gebühren für die Einleitung von Grundwasser fordern.

Alle Fraktionen fordern ein hydrologisches Gutachten. Einig sind sich die Politiker auch in der Dringlichkeit der Maßnahmen. "Den betroffenen Anwohnern muss unverzüglich geholfen werden", finden Reissl und Schmid (beide CSU). Und die Stadträte Marion Lüttig und Florian Schönemann (Grüne/Rosa Liste), Lars Mentrup, Klaus Peter Rupp, Julia Schmitt-Thiel und Andreas Schuster (SPD/Volt) sowie Fritz Roth und Jörg Hoffmann (FDP/Bayernpartei) fürchten bei weiterem Zuwarten "das Eintreten dauerhafter Schäden an den Gebäuden".

© SZ vom 12.08.2020 / tek

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