Schwabing Lamento über die Logistik

Die Schüler des Oskar-von-Miller-Gymnasiums lernen im Interimsquartier an der Ungererstraße. Wegen der Sanierung des Stammhauses gibt es Streit.

(Foto: Robert Haas)

Anwohner des Oskar-von-Miller-Gymnasiums befürchten eine hohe Belastung durch Lkw-Verkehr während der Sanierung

Von Stefan Mühleisen, Schwabing

Rund um das Stammhaus des Oskar-von-Miller-Gymnasiums an der Siegfriedstraße herrscht unter den Anwohnern offenbar gehörige Unruhe wegen der Generalsanierung des Schulgebäudes. Wie aus Postwurfsendungen hervorgeht, wollen Anwohner Widerstand gegen die vorgesehene Baustellenlogistik leisten. "Stoppen wir die Verkehrsplanung der ,Baustelle Oskar-von-Miller-Gymnasium", heißt es in dem Papier, verbunden mit dem Ziel, "eine Bürgerbewegung zu initiieren". Beim Bezirksausschuss Schwabing-Freimann kommt das Flugblatt gar nicht gut an - auch deshalb, weil Vorwürfe gegen das Lokalgremium erhoben werden. BA-Chef Werner Lederer-Piloty (SPD) spricht von "Falschbehauptungen" und einem "Agitationsflugblatt".

Vier Jahre soll die Sanierung des Gymnasiums dauern; die 940 Schüler sind ist einstweilen in ein Interimsgebäude an der Ecke Domagk-/Ungererstraße ausquartiert. Die Unterzeichner des Flugblatts konstatieren, dass die Entscheidungen für die Baustellenanfahrt und -abfahrt "hinter dem Rücken der meisten betroffenen Anwohner getroffen worden" sei, wobei der Bezirksausschuss mit dem Kreisverwaltungsreferat (KVR) als "federführend" bezeichnet wird. "Viele Versprechungen, die gemacht worden sind, wurden nicht eingehalten." Die Anfahrt der Lkw erfolge über den Bonner Platz und die Karl-Theodor-Straße; die Abfahrt quasi ums Gebäudekarree herum, über Stury-, Siegfried- und Karl-Theodor-Straße zurück zum Bonner Platz. "6 Tage die Woche (inkl. Samstag), jeweils 13 Stunden von 7 bis 20 Uhr", schreiben die Flugblatt-Autoren. Die Kernforderung: An- und Abfahrt sollen über das östliche Ende der Karl-Theodor-Straße "direkt in die Leopoldstraße" erfolgen.

Lederer-Piloty tritt dem entgegen: Der BA sei mitnichten "federführend", dies sei das Baureferat. "Es ist ebenso unrichtig, dass hier nun vier Jahre lang unentwegt Schwerlastverkehr unterwegs sein wird. Dies ist jeweils nur phasenweise der Fall", betont der SPD-Politiker. Zudem hätten Polizei und das KVR eine Verkehrsführung über die Leopoldstraße "aus verkehrstechnischen und Sicherheitsgründen kategorisch abgelehnt". Schließlich hält er eine Bürgerbeteiligung zur Organisation einer Baustellenlogistik für "ein Ding der Unmöglichkeit." Da seien Baustellen- und Verkehrsexperten gefragt, auch Sicherheits- und Gesundheitskoordinatoren, "und nicht Laien".