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Schwabing:Ein Schnellschuss ist unerwünscht

Grüne und SPD fordern sorgsame Nachnutzung des Karstadt-Areals

Die Neubebauung des ehemaligen Karstadt-am-Nordbad-Areals soll "städtebaulich angemessen" und idealerweise mit der "Schaffung von bezahlbarem Wohnraum" erfolgen. Das fordern die Stadtratsfraktionen Die Grünen/Rosa Liste und SPD/Volt. Statt eines "Schnellschusses" mit Gewerbe- und reiner Büronutzung, wie es die Erbpächterin plane, favorisieren die Politiker eine "kluge Nutzungsmischung" und eine "dem Ort angemessene" Planung. Mit dem Antrag soll das Planungsreferat beauftragt werden, die planungsrechtlichen Möglichkeiten für die Neubebauung des Grundstücks aufzuzeigen, etwa in Form eines Bebauungsplanverfahrens. Dabei wünschen sich die Stadträte ausdrücklich eine Berücksichtigung der vom Bezirksausschuss Schwabing-West formulierten Anforderungen.

Der Karstadt am Nordbad hat seine Tore mittlerweile geschlossen, Ende des Monats räumt der Warenhauskonzern das Gelände. Entstehen soll an der Schleißheimer Straße 93 laut einem Vorbescheidsantrag nun ein Neubau - samt großem Nahversorger und Büros für rund 1000 Menschen. Die Ariston Grundbesitz GmbH & Co. 8. Beteiligungs KG, die das Areal in Erbpacht vergangenes Jahr von der Highstreet Holding GbR übernommen hat, will im Herbst 2021 mit den Bauarbeiten beginnen. Westschwabings Bürgervertreter haben das Vorhaben in der jetzigen Form in ihrer jüngsten Sitzung abgelehnt: Sie wollen unter anderem bezahlbaren Wohnraum realisiert wissen und fordern zudem ausreichend Grün und die Erstellung eines "transparenten Verkehrskonzepts, das der neuen Bebauung Rechnung trägt und das Viertel möglichst minimal beeinträchtigt".

© SZ vom 23.10.2020 / eda

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