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Schwabing:Eigentümer überrascht

Behörde erläutert Denkmalschutz für das Haus Agnesstraße 48

Die Eigentümer der Agnesstraße 48 sind von der Entscheidung des Landesamts für Denkmalpflege, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen, überrascht worden. "Wir wurden in den Beschluss nicht einbezogen - von dieser Vorgehensweise sind wir entsetzt", sagt der Geschäftsführer der Agnes 48 UG, Stefan Mayr. Bislang war das Unternehmen davon ausgegangen, dass das Mietshaus nicht denkmalwürdig sei, weil es im Zweiten Weltkrieg durch eine Bombe zerstört worden sei und nur Untergeschoss, Erdgeschoss und das erste Obergeschoss aus dem Erbauungsjahr 1912 hätten erhalten werden können. Die Obergeschosse zwei bis vier, so Mayr, seien in den Fünfzigerjahren hinzugebaut worden. Deshalb sei man im Austausch mit der Stadt gewesen, um einen Abriss ebenso wie eine Sanierung und Aufstockung zu prüfen. "Ein ungeplanter und vor allem nicht genehmigter Abriss ist von uns nie geplant gewesen", betont Mayr im Hinblick auf die Reaktion der Stadt, das Haus von der Polizei kontrollieren zu lassen, um Abbrucharbeiten wie im Fall des Giesinger Uhrmacherhäusls zu verhindern.

Dass das von den Architekten Eduard Herbert und Otho Orlando Kurz im Reformstil errichtete Gebäude nachträglich Veränderungen erfahren hat, bestätigt das Landesamt. "Die oberen Geschosse der Fassaden hatten unterschiedliche Putzebenen und Felderungen", erläutert Pressesprecherin Birgit Neuhäuser. Auch stamme der neue Dachausbau "unter Beibehaltung der alten Form und wohl von Teilen des 1912 errichteten Dachtragwerks" von 1949. Damit allerdings seien "die Veränderungen im Vergleich zu anderen als Baudenkmäler eingetragenen Mietshäusern innerhalb der Landeshauptstadt München als durchaus üblich zu benennen". Laut Planungsreferat ist mit der Entscheidung der Denkmalschützer auch ein Vorbescheid vom 29. Mai 2018 über eine Aufstockung des Hauses mit Balkonanbau hinfällig.

Bei der Agnes 48 UG ist man sich nun nicht sicher, wie es weitergehen soll. "Wir werden uns zunächst sondieren", sagt Mayr. Das Haus im westlichen Schwabing war, nachdem die letzten Mieter ausgezogen waren und bei einer Abschiedsparty noch einmal auf die Geschichte des Gebäudes und den möglicherweise drohenden Abriss aufmerksam gemacht hatten, am Dienstag unter Denkmalschutz gestellt worden. Nachbarn hatten sich zuvor in einem offenen Brief an OB Dieter Reiter (SPD), die Stadträte und die Verwaltung gewandt mit der Bitte, dieses "Juwel" zu bewahren.