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Schwabing:Die Behörde verliert nichts

Wenn an einem Wochenende bis zu einer Viertelmillion Menschen zu einem Ereignis kommen, ist tatkräftige Unterstützung gefragt. Wie gut, dass das städtische Kulturreferat seit der Einführung des Schwabinger Straßenfests felsenfest hinter dem Corso Leopold und seinem Veranstalterverein, dem Corso Leopold e. V., steht. Darum hatten die Stadtteilpolitiker die Behörde mit einem Antrag vom 25. September 2005 gebeten. Dass es auf diese Initiative nie eine Antwort gab, ist der Mannschaft um den Ende Juni ausgeschiedenen Kulturreferenten Hans-Georg Küppers offenkundig beim Ausräumen aufgefallen - oder sie reagierten auf eine Aufforderung des für Sicherheit, Ordnung und Mobilität in der Angelegenheit federführenden Kreisverwaltungsreferats.

Jedenfalls erhielt der Bezirksausschuss Schwabing-Freimann noch vier Tage vor dem Amtswechsel von Referent Küppers zu Anton Biebl - Ordnung muss sein - eine Antwort mit Datum 26. Juni 2019, nahezu 14 Jahre nach dem gestellten Antrag. "Das Kulturreferat ist zumindest bis 2019 städtischer Mitveranstalter beim Corso Leopold", heißt es darin - was die Schwabinger Lokalpolitiker in der Sitzung ihres Feriensenats die Augen rollen ließ. Damit ist der selbst nach Behörden-Einschätzung als "Altfall" geltende Vorgang jedenfalls aktenmäßig erledigt. Ob die Stadtteilvertreter für die Zeit von 2020 an einen erneuten Antrag stellen wollen, ließen sie im Feriensenat zunächst noch offen.