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Schwabing:Brücke als hohe Hürde

Drei Stadtbezirke fordern Radroute vom Olympiapark in die Innenstadt

Wenn drei Bezirksausschüsse an einem Strang ziehen, hat das für den Stadtrat in der Regel besonderes Gewicht. Die Radroute vom Olympiapark über das Kreativquartier in die Innenstadt ist so ein Fall: Sowohl das Stadtteilgremium aus Schwabing-West als auch die Nachbargremien aus Neuhausen-Nymphenburg und der Maxvorstadt befürworten unisono eine Trasse, die von der als Fahrradstraße ausgewiesenen Clemensstraße durch die Siedlung am Ackermannbogen über die Brücke an der Ackermannstraße und eine neue Radverbindung Richtung Rosa-Luxemburg-Platz bis in die Heßstraße führt. Kernelement dieser von Wirtschaftsingenieur Simon Herzog entwickelten Route ist eine Rad- und Fußgängerbrücke über die Schwere-Reiter-Straße. Im Planungsreferat steht man dieser Lösung skeptisch gegenüber, auch wegen der Kosten. Doch nun muss die Behörde handeln: Der Planungsausschuss des Stadtrats hat beschlossen, dass "für die Querung der Schwere-Reiter-Straße eine Machbarkeitsstudie die Möglichkeiten einer innovativen Brückenlösung aufzeigen soll". Außerdem wird die Heßstraße als "Fahrradstraße geplant, die auch alle Anforderungen an die Integration in eine Radschnellverbindung erfüllt". Ob diese Fahrradstraße dann etwa im Teilbereich zwischen Loth- und Schwere-Reiter-Straße nur noch für Fußgänger und Radler offen wäre, wie von Herzog angeregt, oder eine Koexistenz mit dem Autoverkehr realisiert wird, ist noch offen.

Simon Herzog jedenfalls, Projektmanager am Gründerzentrum der Technischen Universität und stellvertretender Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), freut sich über die Entwicklung ebenso wie Westschwabings Lokalpolitiker. Erste Vorschläge, wie so eine Brücke aussehen könnte, wird es demnächst geben: Studententeams der TU erarbeiten derzeit unter Leitung ihres Professors Martin Mensinger vier Modelle, die sie Mitte Juli im BA Schwabing-West präsentieren wollen.

© SZ vom 14.06.2019 / eda
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