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Schwabing:Baurecht wird ausgelotet

Die Stadt will nahe dem Scheidplatz neue Wohnungen errichten

Von Ellen Draxel, Schwabing

Die Stadt hat das Grundstück an der Ecke Prinz-Eugen-/Düsseldorfer Straße, zentral zwischen Scheidplatz und Schwabinger Krankenhaus und neben dem künftigen Bürgerbüro gelegen, schon seit Jahren im Blick. Wiederholte Anregungen von Anliegern, die freie Fläche hinter den Gebäuden doch als Nachbarschaftsgarten zu nutzen, wurden von kommunaler Seite daher stets mit dem Hinweis abgelehnt, die Flächen seien "für künftige Gemeinbedarfe reserviert". Dem jüngsten Vorstoß von Anwohnern erteilte man vor Kurzem eine Absage.

Weshalb, wird nun klar: Das Kommunalreferat hat jüngst eine Neubauplanung zur Prüfung eingereicht. Einen Vorbescheidsantrag, der das Baurecht an der Prinz-Eugen-Straße 5-11 ausloten soll. "Das Ganze ist momentan aber noch ein reines Gedankenspiel", betont die Sprecherin des Kommunalreferats, Maren Kowitz. Man wolle lediglich "sehen, was möglich wäre". Das Thema ist sensibel, denn die Gebäude, die abgerissen werden müssten, befinden sich noch in Privatbesitz.

Die Bauvoranfrage der Stadt sieht Wohnungen und eine Kindertagesstätte über einer neu zu errichtenden Tiefgarage vor. Drei Varianten wurden dem Bezirksausschuss Schwabing-West zur Anhörung vorgestellt: eine "kammartige" Bebauung mit einem verbindenden Riegel und drei "Zacken", einen mäandrierenden Baukörper in Form eines "S" oder drei Punkthäuser kombiniert mit einem niedrigen Flachbau für die Kita. "Mit Blick auf den Flächenverbrauch" präferieren die Lokalpolitiker die Punkthäuser, allerdings ohne zusätzlichen Kita-Bau. Die Tagesstätte sollte ihrer Meinung nach in eines der Häuser integriert werden, denn nur so ließen sich möglichst viele Bäume erhalten. Diese Lösung hätte außerdem den Charme, argumentieren die Stadtteilvertreter, dass eines der bestehenden Gebäude, eine ehemalige Wäscherei, als "letztes, identifikationsstiftendes Relikt dieser ehemaligen Straßenbebauung" eventuell erhalten werden könnte.

Und der Nachbarschaftsgarten? Diese Idee, finden die Bürgervertreter, sollte zumindest als Zwischennutzung eine Chance bekommen.

© SZ vom 16.06.2021
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