Die Erzdiözese München und Freising will an der Hiltenspergerstraße 84 einen Neubau samt Tiefgarage mit Wohnungen vorrangig für Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Familien errichten. Insgesamt 52 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen, davon 22 barrierefrei, sollen in dem sechsstöckigen Gebäude mit begrüntem und Solarkollektoren versehenen Flachdach entstehen - in einer "schönen, familiengerechten Größe", wie Westschwabings Lokalpolitiker loben. Positiv vermerken die Stadtteilvertreter auch, dass mit neun großen und 23 Zierapfelbäumen letztlich mehr Bäume gepflanzt als gefällt werden. Für den Hof ist ein großer Kinderspielplatz vorgesehen, Räder können im Erdgeschoss in 36 Fahrradabstellplätzen geparkt werden. Der Bezirksausschuss hat den Plänen der Erzdiözese jetzt zugestimmt, will allerdings die Fassade "überarbeitet" wissen.
Der Bau an der Hiltenspergerstraße 84 war bis vor drei Jahren unter dem Namen "Johanneskolleg" noch Heimat internationaler Studenten und Paradebeispiel für Integration und religiöse Toleranz. Das Gebäude gehörte ursprünglich dem katholischen Hilfswerk "Missio", wurde aber im April 2015 an das Bistum verkauft. Eine Sanierung des maroden Gebäudes, argumentierte damals das erzbischöfliche Ordinariat, sei wirtschaftlich nicht sinnvoll. Die Studenten hatten, unterstützt von den Lokalpolitikern, lange für den Erhalt des Johanneskollegs und des damit verbundenen Konzepts gekämpft.
Nach dem Auszug der Studenten stellte die Erzdiözese das Haus dann der Stadt für soziale Zwischennutzungen zur Verfügung. Zunächst lebten dort unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, später Wohnungslose. Der Überlassungsvertrag des Erzbistums an die Stadt ist Ende Oktober ausgelaufen. Nun soll mit dem Abriss des alten Gebäudes begonnen werden. Der Rohbau wird kommendes Frühjahr in Angriff genommen, voraussichtlich 2020/21 sollen die ersten Bewohner einziehen können.