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SZ-Serie: Die Klassen von 2021:Es geht los mit dem Abitur

Schüler sprechen über ihr Abschlussjahr Yannick Andricek

Fünf junge Menschen schildern ihre Hoffnungen und die Herausforderungen Heute: Yannick Andricek, FOS an der Barlachstraße

(Foto: Catherina Hess)

Nächste Woche hat Yannick Andricek seine mündliche Englisch-Prüfung. Dass vor den schriftlichen Tests nochmal Ferien sind, freut ihn - zu anstrengend waren die vergangenen vier Wochen.

Kolumne von Yannick Andricek

Nächste Woche steht die mündliche Abiturprüfung in Englisch an. Wir werden dazu in Gruppen eingeteilt, zu viert oder zu fünft. Gemeinsam müssen wir dann ein gesellschaftspolitisches Thema diskutieren, das wir im Unterricht besprochen haben. Es könnte Globalisierung oder Umweltschutz sein. Sobald wir wissen, wie die Gruppen zusammengesetzt sind, werden wir per Videochat den Ablauf üben. Anders geht es derzeit nicht.

Obwohl ich schon einmal geimpft bin, mache ich dreimal die Woche einen Corona-Schnelltest in der Schule, und auch vor den Abiprüfungen werden wir getestet. Damit sind wir etwas abgesichert und dürfen dann an unserem Platz die Masken abnehmen. So hat man uns das gesagt. Nach Pfingsten kommen die Prüfungen in Deutsch, Mathematik und meinem Profilfach Kunst. Ich darf meine Prüfungen auf dem Laptop schreiben. Es ist für mich gesundheitlich zu anstrengend, lange Texte mit der Hand zu schreiben. Es wird in Deutschland wohl noch dauern, bis das auch alle anderen dürfen, die das möchten. Schade.

Ich bin froh, dass wir jetzt Ferien haben. Die letzten vier Wochen waren unglaublich stressig für mich. Wir hatten in einer Woche vier Prüfungen, mussten noch Referate halten und unsere Projektarbeiten abgeben. Eigentlich sollten wir dadurch entlastet werden, aber das war für mich überhaupt nicht so. Ich musste zum Beispiel eine Analyse über den Trailer zu Aki Kaurismäkis Film "Le Havre" schreiben. Ich kannte den Regisseur vorher nicht. Der Film ist von 2011, da war ich erst zehn Jahre alt. Es geht um die Beziehung eines Mannes zu seiner Partnerin und zu einem Flüchtlingsjungen. Das entspricht nicht wirklich meinem Interessensgebiet. Der Film ist für meinen Geschmack viel zu langsam. Ich stehe eher auf Action, auf Marvel-Serien oder Serien wie "Game of Thrones". Die habe ich dreimal gesehen, auch auf Englisch. Das klingt vielleicht komisch, aber wenn man Filme öfter anschaut, nimmt man plötzlich Details wahr, die einem vorher entgangen sind. Das ist faszinierend.

Rückblickend kann ich sagen, dass der Online-Unterricht in diesem Schuljahr ausgeklügelter lief als im Jahr zuvor. Wir hatten uns alle daran gewöhnt. Auch die Lehrer. Insgesamt war die 13. Klasse schon etwas anspruchsvoller: Mathe ist schwieriger geworden, in Deutsch haben wir tiefer analysiert. Kunstgeschichte hat mich besonders interessiert, die verschiedenen Epochen und Techniken und auch der Medien-Unterricht. Vielleicht wird mir das aus meiner Schulzeit am besten in Erinnerung bleiben.

© SZ vom 15.05.2021
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