Die Betrüger gingen bei ihrem Schockanruf mit der üblichen Masche vor, doch ihre Beute war unüblich hoch – sogar höher, als sie zunächst gefordert hatten: Bei einer 77 Jahre alten Frau aus Haidhausen rief am Mittwoch gegen 17 Uhr eine angebliche Staatsanwältin an. Diese habe von einem vermeintlichen Autounfall der Tochter der Seniorin berichtet, bei dem zwei Personen tödlich verletzt worden seien, wie die Polizei mitteilt. Um die Inhaftierung ihrer Tochter zu vermeiden, müsse die 77-Jährige eine hohe Kaution zahlen, von 180 000 Euro sei die Rede gewesen.
Im Folgenden sei es der Anruferin gelungen, ihr Opfer emotional derart unter Druck zu setzen und ein solches Angstszenario aufzubauen, dass die 77-Jährige am späteren Abend bereit gewesen sei, wesentlich mehr Wertsachen an zwei Abholer, die sich als „Herr Schwarz“ und „Frau Braun“ ausgaben, auszuhändigen: Wie die Polizei berichtet, übergab die Frau diesen gegen 20.30 Uhr 13 Goldbarren mit einem Gewicht von je einem Kilogramm sowie 30 Goldmünzen – alles zusammen mit einem Gesamtwert von rund zwei Millionen Euro.
Als eine Angehörige der 77-Jährigen auf den Vorfall aufmerksam wurde, verständigte sie den Polizeinotruf. Das Kommissariat 61 ermittelt und sucht Zeugen, die in der Nähe des Ostbahnhofs zwischen Orleansstraße, Orleansplatz und Wörthstraße etwas wahrgenommen haben, das mit dem Fall zu tun haben könnte.

