Was läuft in der Kunst?Die Highlights der Schmuck-Woche in München

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Sam Tho Duong, Schmuckkünstler in Pforzheim und Kurator der kommenden Sonderausstellung „Schmuck“ auf der Messe „Handwerk & Design“.
Sam Tho Duong, Schmuckkünstler in Pforzheim und Kurator der kommenden Sonderausstellung „Schmuck“ auf der Messe „Handwerk & Design“. Petra Jaschke

Die internationale Schmuck-Woche führt vor Augen, was im Bereich neuen, kreativen Schmucks so angesagt ist. Die Ausstellungsorte reichen vom Messegelände über die Museen bis tief in die Stadtviertel hinein.

Von Ira Mazzoni und Evelyn Vogel

Die Internationale Handwerksmesse wird Anfang März wieder Tausende Besucherinnen und Besucher auf das Messegelände nach Riem locken. Denn die Messe ist ja viel mehr als nur Handwerk. Da gibt es die „Food & Life“, bei der es ums Essen, Trinken und Genießen geht. Dann zieht die „Garten München“ alle an, die über einen grünen Daumen verfügen und gerne gärtnern. Schließlich bietet die Handwerk & Design Handwerkskunst, Kunsthandwerk, Mode und Design in den verschiedensten Materialien an. Darüber hinaus gibt es etliche Sonderschauen wie die „Exempla“, die „Talente“ oder die „Schmuck“.

Letztere ist ein alljährlicher Pflichttermin für alle, die an modischem Geschmeide interessiert sind. Wobei sich Schmuck ja längst nicht mehr über Gold, Silber und Edelsteine allein definiert, sondern einfache, künstliche und recycelte Materialien längst Einzug gehalten haben in die Ateliers und Werkstätten der Schmuckkünstler – nicht erst, seit Upcycling zum Schlagwort der Stunde wurde.

Die traditionsreiche Sonderschau Schmuck, die von 4. bis 8. März auf der Messe München stattfindet, wird in diesem Jahr von dem in Pforzheim arbeitenden, aus Vietnam stammenden Schmuckkünstler Sam Tho Duong kuratiert. Sein momentan bevorzugtes Material sind Abfallprodukte aus der gelben Tonne. Seine aktuelle „Lemitca-Kollektion“ mit Halsschmuck und Broschen besteht aus (Achtung: Anagram!) Actimel-, also Yoghurt-Fläschchen. Für die „Schmuck“ hat er aus mehr als 1000 Bewerbungen etwa 70 Arbeiten aus 29 Ländern ausgewählt.

Neben der Hauptausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Als „Klassiker der Moderne“ wird in diesem Jahr die Schmuckkünstlerin Erico Nagai mit einer kleinen Sonderausstellung geehrt. Sie hat Ende der Sechzigerjahre an der Akademie in München studiert, lange Jahre in Pforzheim, Schwäbisch Gmünd und Tokio Schmuckkunst unterrichtet und lebt in München. Nagai wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem von der Münchner Danner-Stiftung vergebenen Herbert-Hoffmann-Preis, der als eine der renommiertesten internationalen Auszeichnungen für zeitgenössischen Autorenschmuck gilt und der wie immer im Rahmen der „Schmuck“ am vorletzten Tag auf der Handwerksmesse verliehen wird. Wer ihn wohl dieses Jahr erhalten wird?

Noch eine große alte Dame der Schmuckszene, nun aber eine Sammlerin, steht im Mittelpunkt der Ausstellung Among Friends der Galerie Handwerk. Helen Drutt ist eine der großen, bekannten Sammlerinnen von sogenanntem Autorenschmuck, der wie der Autorenfilm durch besonders hohe künstlerische Ansprüche gekennzeichnet ist. Drutt lebt in den USA und ist eine treue Besucherin der „Schmuck“ in München. In der Galerie Handwerk präsentiert sie Teile ihrer Sammlung, um ein anderes Amerika-Bild zu zeigen: subversiv, kritisch, witzig. Insider dürften aufhorchen, wenn es heißt, es seien Stücke dabei, die in Europa noch nie zu sehen waren, aber die Kunstrichtung in den USA wesentlich geprägt haben (5. März bis 11. April).

Eine Schau, die eigentlich zur festen Institution während der Münchner Schmuckwoche zählt, findet in diesem Jahr nicht statt: Die traditionelle monografische Schmuckausstellung in der Rotunde der Pinakothek der Moderne, weil dort zu der Zeit noch die Sonderausstellung „Reflexion“ gezeigt wird. Aber es wird ein großes Gipfeltreffen der Schmuckszene am Freitag, 6. März, geben, zu dem mehr als 40 Schmuckklassen aus aller Welt zu einem Happening einladen sind. Die Klassen planen, ihre Werke am Körper oder in inszenierten Settings in der Pinakothek der Moderne zu präsentieren, um zu zeigen, welche Themen ihnen wichtig sind. Dabei soll es beispielsweise um Schmuck in einer Welt der Piercings und Tattoos gehen.

Außerdem laden weitere Galerien, Ateliers und Werkstätten zu Ausstellungen, Künstlergesprächen, Buchpräsentationen und Events ein. Eine gute Übersicht liefert die Website www.schmuck-muenchen.org inklusive einer Karte und diversen Suchfiltern.

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