Schmidt-Schicketanz und Partner Architekturbüro insolvent

Die Sanierung des Deutschen Museums könnte sich verzögern

Bei der Generalsanierung des Deutschen Museums gibt es - neben steigenden Kosten - nun ein weiteres Problem: Das mit der Planung beauftragte Münchner Architekturbüro Schmidt-Schicketanz und Partner (SSP) steckt in der Insolvenz. Das geht aus einer Pressemitteilung des Insolvenzverwalters Axel Bierbach hervor, zunächst hatte die Abendzeitung darüber berichtet. SSP habe am Donnerstag vergangener Woche den Insolvenzantrag "aufgrund drohender Zahlungsunfähigkeit" gestellt, heißt es in der Mitteilung. Grund dafür seien "Differenzen mit dem Auftraggeber Deutsches Museum über Honorarforderungen im Zuge der Generalsanierung des Sammlungsbaus". Vorerst laufe der Geschäftsbetrieb von SSP weiter, "die Strukturen des Unternehmens sind intakt". Die Löhne der Mitarbeiter seien über die Arbeitsagentur bis einschließlich Juni gesichert.

Im Februar war bekannt geworden, dass die Generalsanierung 600 statt wie bisher geplant 450 Millionen Euro kosten wird. Woher das Geld kommen soll, ist bisher unklar. Auch der Zeitplan, der eine Wiedereröffnung des teilweise gesperrten Museums zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 2025 vorsieht, steht infrage.

Noch ist unklar, welche Folgen die Insolvenz von SSP auf die Sanierung hat. Es könnte eine neue Ausschreibung drohen, dann wären jahrelange Verzögerungen und weitere Kostensteigerungen zu befürchten. "Ja, die Insolvenz ist ein Problem", bestätigt Gerrit Faust, Sprecher des Deutschen Museums. "Aber wir sind guter Hoffnung, dass wir möglichst bald eine Lösung finden und Stillstand auf der Baustelle verhindern können." Wie groß die Gefahr einer Neuausschreibung sei, dazu könne man sich derzeit nicht äußern. Zum Streit über die Honorare sagt Faust, SSP habe zu laufenden Arbeiten Nachforderungen gestellt, "die müssen wir sehr genau prüfen". Nach Ostern seien Gespräche mit SSP und dem Insolvenzverwalter geplant. Das Büro SSP hat 44 Mitarbeiter. Zu den weiteren laufenden Projekten zählen die Sanierung und der Umbau der Münchner Hauptfeuerwache und die Weiterentwicklung und Neugestaltung des Dombergs in Freising. Diese Projekte könnten "reibungslos fortgeführt werden", sagt Insolvenzverwalter Bierbach.