Schießerei im OEZ und Großeinsatz Was wir über die Lage in München wissen

München, OEZ

(Foto: SZ-Grafik)

Ein Überblick über den Stand der Informationen - vor allem das Motiv des Täters ist noch unklar.

Von Jan Schmidbauer

Die ersten Meldungen kamen gegen 18 Uhr - im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) im Münchner Norden seien Schüsse gefallen, berichteten Zeugen auf Twitter. Gegen 18.35 Uhr bestätigte die Polizei dann grob, was passiert ist: "Im Moment haben wir einen großen Polizeieinsatz am OEZ. Bitte meiden Sie den Bereich um das Einkaufszentrum." Danach überschlugen sich stundenlang die Nachrichten - was wir bislang über die Geschehnisse des Freitagabends wissen:

  • Bei der Schießerei im Bereich des OEZ sind nach Angaben der Polizei mindestens zehn Menschen getötet und viele verletzt worden. Nach Polizeiangaben gibt es "drei Schwerverletzte, bei denen Lebensgefahr anzunehmen ist" und 13 Leichtverletzte. Unter den zehn Toten ist auch der Schütze, nach Auskunft der Polizei ein 18-Jähriger Deutsch-Iraner, über dessen Motive nichts bekannt ist. Er erschoss sich in der Nähe des OEZ. Die Polizei geht von keinem weiteren Täter aus. Der Täter war bisher polizeilich nicht bekannt.
  • Dass im Verlauf des Abends von bis zu drei Verdächtigen die Rede war, lag offenbar daran, dass mehrere Menschen irrtümlich wegen der chaotischen Fluchtszenen in der Gegend als Verdächtige wahrgenommen wurden.
  • Die Schießerei hatte in einem McDonalds-Restaurant gegenüber dem OEZ begonnen, berichtete ein Polizeisprecher. Es befindet sich in der Hanauer Straße, von wo auch ein angebliches Video des schießenden Täters im Internet kursierte. Danach zog der Mann ins OEZ selbst und schoss dort weiter, auch dort wurden angeblich Szenen des Mannes gefilmt: mehr zu den Videos...
  • München hatte am Abend den Sonderfall ausgerufen - Menschen in der Stadt sollten Wohnungen nicht verlassen und öffentliche Plätze meiden. Die Polizei: "Bleiben Sie in Ihren Wohnungen. Verlassen Sie die Straße!" Der öffentliche Nahverkehr der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) war weitgehend eingestellt worden, viele Straßen wurden kontrolliert und einige gesperrt, Plätze geräumt.
  • Erst weit nach Mitternacht gab die Polizei vorsichtige Entwarnung. Der Nahverkehr nahm den Betrieb wieder auf, die weiträumige Absperrung des OEZ wurde aufgehoben.
  • Auch die Spezialeinheit GSG9 beteiligte sich am Polizeieinsatz in München. Das bestätigte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums.
  • Die Deutsche Bahn evakuierte den Münchner Hauptbahnhof. Der Zugverkehr war zeitweise komplett eingestellt. Züge aus allen Richtungen wurden vorzeitig an Bahnhöfen im Umland gestoppt, Notschlafmöglichkeiten eingerichtet
  • Die genauen Hintergründe der Tat am OEZ sind noch immer unklar. Die Polizei sprach am Abend zunächst von "Terrorverdacht", später auch von einer "akuten Terrorlage", nun geht sie von einem Einzeltäter aus und spricht davon, über sein Tatmotiv sei noch nicht bekannt.
  • Auch am Stachus und an anderen Stellen im Zentrum Münchens gab es am Freitagabend Polizeieinsätze, nachdem Menschen sich von dort per Notruf gemeldet hatten. Ein Terrorverdacht dort bestätigte sich aber nicht, stattdessen hatten Menschen in der allgemeinen Aufregung unter anderem bewaffnete Zivilpolizisten als Verdächtige wahrgenommen. Die Polizei sprach in Bezug auf die Meldungen vom Stachus von einem "Fehlalarm", den es nach einer Panik gegeben habe.
  • Immer wieder kursierten im Verlauf des Abends neue Gerüchte über das Geschehen in München, allerdings wurde nur der Vorfall am OEZ bestätigt - alle weiteren Spekulationen zerschlugen sich.